Kappadokien liegt mitten in der Türkei in Zentralanatolien und umfasst mehrere türkische Provinzen. Was das Gebiet so besonders macht sind die Tuffsteine, die in Kappadokien in Massen vorkommen. Tuff ist ein vulkanisches, sehr poröses und damit weiches Gestein und war deshalb früher sehr beliebt zum Bauen von Häusern. Und die Tuffsteine sind vor allem auch der Grund warum wir unbedingt nach Kappadokien reisen möchten. Am besten lässt sich das wahrscheinlich mit einem Bild erklären :)

Ballons über Kappadokien

Viele, viele Heissluftballons in allen Farben über der beeindruckenden Landschaft von Kappadokien

Auf dem Bild ist die bekannteste Stadt Kappadokiens zu sehen: Göreme im Göreme Nationalpark. Hier haben die Bewohner schon vor hunderten von Jahren ihre Wohnungen direkt in die Felsen gebaut indem sie das Tuffgestein einfach ausgehöhlt haben. Der Legende nach haben sogar Feen in den Tuffgebilden gelebt und deshalb heißen die zipfelmützenförmigen Steinformationen auch Feenkamine. -Der Name gefällt mir schon mal ziemlich gut :) – Auch wenn der ein oder andere Kamin vielleicht auch eher an etwas anderes als Feen erinnert… :-o
Neben den verrückten Wohnsiedlungen aus Felshöhlen und „Zipfelhäusern“ gibt es auch jede Menge Kirchen, ungefähr 3.000 Stück wurden aus den Steinen gehauen und oft bunt und richtig prachtvoll bemalt, genauso wie die Decken und Wände der Kirchen die man sonst so kennt.

Kappadokien - Feenkamine

Die Feenkamine – ein bisschen sehen sie aus wie Zipfelmützen oder irgendwie auch wie Morcheln – finde ich

Tuffsteinhöhlen und „Zipfelhäuser“ geben Kappadokien ein wirklich sehr besonderes Aussehen

1985 wurde Kappadokien wegen der einzigartigen Architektur, wegen der vielen unterirdischen Städte und der wirklich sehr besonderen Landschaft von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. –Die Felswohnungen und die unterirdischen Städte wurden vor allem gebaut, damit sich die Bewohner Kappadokiens gegen Feinde verteidigen oder sich vor ihnen verstecken konnten. Wobei viele der unterirdischen Städte heute nicht mehr unter der Erde sind, sondern von Archäologen freigelegt wurden, bewohnt sind und besichtigt werden können.

Kappadokien - unterirdische Stadt

Wohnungen in den Tuffsteinen

Auch in Göreme leben heute noch gut 2.000 Menschen, aber nur noch vereinzelt in den Tuffhöhlen. Die meisten bevorzugen doch die „normalen“ Wohnungen mit Heizungen und anderem Komfort. –Zumal es in Kappadokien im Winter richtig kalt wird und auch schneit. Dafür sind die Touristen ganz wild darauf im Tuff zu übernachten und es gibt mittlerweile viele Hotels, die aus den Steinen gehöhlt worden sind. Sehr schöne und auch günstige Hotels sind zum Beispiel das Hidden Cave Hotel, das Stone House Cave Hotel oder die Artemis Cave Suites. Die Zimmer sind in den Tuffsteinen und bieten trotzdem guten Komfort! -Allgemein sind Hotels in Göreme sehr günstig zu bekommen.

Kappadokien von oben aus dem Heissluftballon

Die beliebteste Art Kappadokien zu erkunden ist mit dem Heissluftballon. Wie über den Tempelanlagen von Bagan starten auch in Kappadokien täglich duzende kunterbunte Heissluftballons. –Außer das Wetter spielt nicht mit, dann müssen die Fahrten abgesagt werden. Das kommt in den kälteren Monaten von Oktober bis März tendenziell öfter vor als im Frühling und im Sommer. Beste Reisezeit ist daher zwischen April und September. Im Winter hat man dafür die einmalige Gelegenheit über ein schneebedecktes Kappadokien zu fahren. Dafür braucht man aber schon ein bisschen Glück, denn während es gerade schneit kann man natürlich nicht Ballon fahren. Die Entscheidung ob Sommer oder Winter wird uns trotzdem nicht leicht fallen…

Ballons über Kappadokien 2

Der Blick von oben auf Göreme :)

Für die Ballontouren gibt es viele verschiedene Anbieter. Bewertet sind die alle super, deshalb macht es am meisten Sinn den Anbieter nach Preis, Tourverlauf (die Startzeiten können um ein, zwei Stunden variieren) und, für uns sehr wichtig, nach der Anzahl der Mitfahrer auszuwählen. Bis zu 24 Leute haben in so einem Korb Platz und für mich wäre das ehrlich gesagt nichts. Selbst wenn der Korb dann wirklich auch entsprechend größer wäre. Ich bin bisher einmal in meinem Leben Ballon gefahren, da waren wir zu sechst in einem Korb. Und das war wirklich so ein schönes und irgendwie entspannendes Erlebnis. Wenn ich mir 24 plappernde Ballonpassagiere vorstelle, die alle versuchen das beste Foto zu knipsen… Dann lieber doch ein paar Euro mehr investieren und dafür ein bisschen mehr Platz :)

Preise und Touranbieter

Die Preise für die Ballonfahrten liegen zwischen 110€ für die Standardtour (in der Regel bedeutet das 16-24 Passagiere in einem Korb) und 240€ für Deluxe- oder Premiumfahrten (je nach Anbieter) mit zwischen 8 und 12 Passagieren. Dazwischen gibt es je nach Anbieter die verschiedensten Variationen. Eine Fahrt die etwas später startet gibt’s zum Beispiel bei Butterfly Balloons – für die unter euch, die gerne etwas länger schlafen (bin ich auch, aber wenns ums Ballonfahren geht ausnahmsweise nicht).Andere beliebte Anbieter sind z.B. Royal Ballons, Turkey Hot Air Balloons oder Kapadokya Balloons. Verpflegung und ein Glas Sekt sind bei allen Touren mit dabei.

TIPP: für Barzahler werden Discounts zwischen 10 und 20€ angeboten.

Ballons über Kappadokien im Winter

Was am Ballonfahren übrigens auch toll ist: Man fährt mit dem Wind, das heißt im Ballon selbst ist es immer windstill :)