Endlich Safari! Wer träumt nicht schon als Kind davon nach Afrika zu reisen und die Tiere, die es sonst nur im Zoo zu sehen gibt, in freier Wildbahn zu erleben. Uns ging es da nicht anders. Aber wie viele andere -und vielleicht auch du- dachten wir bis vor Kurzem, Safaris sind unglaublich teuer und damit erst mal unerreichbar. Heute wissen wir es besser. Und gerade Südafrika ist ein tolles Land für die erste Safari-Erfahrung und den etwas kleineren Geldbeutel. Wer natürlich 2 Wochen geführte Safari machen möchte, wird überall -auch in Südafrika- ein Vermögen los. Das Land hat aber so viel zu bieten, dass sich kürzere Safaris super mit anderen Aktivitäten und Touren verbinden lassen. Wir haben zum Beispiel 3 Tage Safari im Krüger Nationalpark und in einem privaten Wildreservat in der Nähe des Krüger NP mit einer knapp 2-wöchigen Rundreise verbunden.

Private Game Reserves – Greater Kruger Area

In Südafrika, besonders rund um den Krüger Nationalpark -der Greater Kruger Area- gibt es viele private Wildreservate, die Private Game Reserves. Dort kannst du, genau wie im Krüger Nationalpark selbst, Big Five Safaris machen. Die Big Five sind übrigens Nashorn, Elefant, afrikanischer Büffel, Löwe und der Leopard. Der Leopard als „der Meister der Tarnung“, ist während einer Safari am schwersten zu entdecken.

In den Private Game Reserves gibt es meist eine oder mehrere Luxusunterkünfte, in denen du ein Zimmer buchst und dann neben der Vollpension an zwei ca. 3-stündige Safaris pro gebuchter Übernachtung und oft auch an zusätzlichen Bush-Walks teilnehmen kannst. Entsprechend teuer ist dann auch die Nacht in so einer Game-Logde. Wir waren im September -noch Nebensaison- im Kapama Private Game Reserve und haben dort in der Kapama River Lodge übernachtet.zebra_kapama

Von Johannesburg aus sind wir mit unserem Mietwagen Richtung Hoedspuit gefahren, von dort sind es noch ca. 10km bis zum Main Gate von Kapama. Von Hoedspruit aus fährt man schon an den Grenzen des eingezäunten Reservates entlang. Da wir kein Gefühl für die Größe des Reservates hatten, waren wir zuerst irritiert von den Zäunen und hatten schon die Befürchtung in einen großen Luxus-Zoo zu fahren. -Naja, ab durchs Gate und weiter zur Lodge.

 

Die Kapama Game Lodge liegt mitten im Reservat, innerhalb der Lodge bewegt man sich meist über höher gelegene Boardwalks zwischen den Zimmern, der Rezeption und dem Restaurant. Um 16:30Uhr haben wir uns dann an unserem offenen Safarifahrzeug zu unserer ersten Safari getroffen. In ein Fahrzeug passen zusätzlich zu den beiden Rangern 10 Personen und es wurde darauf geachtet, dass Gäste in ungefähr dem gleichen Alter zusammen in einem Fahrzeug sitzen.

Endlich Safari

Unsere Befürchtungen in einem großen Zoo gelandet zu sein, haben sich ganz schnell als völlig überflüssig herausgestellt. Die Tiere haben eine riesengroße Fläche zur Verfügung -und damit auch eine Menge Platz, um sich zu verstecken ;) Wir haben während insgesamt 12 Stunden Safari ein einziges Mal einen Zaun gesehen und auf jeder der vier Safaris ein anderes Gebiet des Reservates abgefahren.

Alleine das Fahren im „Safarigefährt“ macht unglaublich viel Spaß, wer hinten sitzt wird zwar ein bisschen durchgeschleudert, aber gerade das war für uns beide super lustig. Und man kommt den Tieren wirklich sehr, sehr nahe und das Gefühl wird durch das komplett offene Fahrzeug noch stärker.

Löwen Kapama

An unserem ersten Abend ist ein ganzes Rudel Löwinnen auf der Jagd an uns vorbeigezogen. Hätten wir unseren Arm ausgestreckt, hätten wir sie berühren können. Dann könnten wir aber wahrscheinlich den Beitrag nicht schreiben. Die Tiere greifen nämlich nur deshalb nicht an, weil sie das Fahrzeug als ein großes Tier wahrnehmen. Hände über den Rand des Fahrzeugs hinausstrecken oder aufstehen ist deshalb verboten. Sobald ein Löwe im Fahrzeug jemanden als einzelne Person erkennen kann, sieht er darin eine Beute. Wir waren aber alle so beeindruckt von der Situation, dass niemand auch nur an Aufstehen gedacht hat. Beinahe hätten wir sogar das Fotografieren vergessen. Und am nächsten Morgen hatten wir dann auch noch Glück und haben einen Leoparden in den Büschen entdeckt. Pech hatten wir nur mit dem Wetter, das war richtig fies, regnerisch und kalt. Hat aber unserer Laune und dem Erlebnis nicht geschadet, nur den Bildern ein bisschen ;)

löwin-kapama

Die Safaris in Kapama starten täglich um 06:00Uhr morgens und um 16:30Uhr am Nachmittag und dauern dann jeweils drei Stunden. Morgens nach dem telefonischen Weckruf gab es ein kleines Frühstück und ab 09:00Uhr nach dem Ende der Morgensafari dann einen ausgiebigen Brunch. Mittagessen gab es außerdem und nach der Abendsafari sitzt man zum Abendessen am Tisch mit den Rangern und den anderen Gästen aus demselben Fahrzeug. Es gibt leckeres, typisch afrikanisches Essen und auch ein bisschen Unterhaltungsprogramm durch die Angestellten des Hotels. Für uns waren das also 2 wundervolle Tage mit Safari, Essen und Schlafen. -Hätten wir ein bisschen mehr Glück mit dem Wetter gehabt, hätten wir den Mittagsschlaf an den Pool der Lodge verlegen können :)

Wir  sind auf unserem Weg von Kapama nach Swaziland und St. Lucia auch noch durch den Krüger NP gefahren. Dieser ist natürlich um ein Vielfaches größer aber auch eingezäunt, und man darf sich nur auf den markierten Straßen bewegen. In Kapama können die Ranger -solange das Safarifahrzeug mitmacht- überall fahren, wo es Chancen gibt, Tiere zu entdecken; unabhängig von den eigentlichen Wegen. Wir sind froh, dass wir beide Erfahrungen gemacht haben. Denn auch ohne Führer zwischen all den wilden und riesengroßen Tieren unterwegs zu sein ist ein sehr unglaubliches Erlebnis und super aufregend, zudem sind meist die Herden bzw. Rudel größer als in den Private Game Reserves. Zwischen einer Büffelherde von geschätzten 400 Tieren auf und neben der Straße durchzufahren, die größer waren als unser Mietwagen, war wirklich atemberaubend. -Und hier haben wir dann auch tatsächlich das Fotografieren vergessen :D

Wenn du also eine außergewöhnliche und persönliche Big Five Safari erleben möchtest, bei der du den Tieren zusätzlich noch sehr nahe kommen kannst, ist so ein privates Wildreservat genau das Richtige für dich. Natürlich als Zusatz zum Krüger NP selbst. Den darfst du nicht verpassen. Und mit einem Tageseintritt von umgerechnet ca. 18€ pro Person gibt es auch keinen Grund den Park auszulassen.

Und was das alles kostet?!

Gekostet hat uns der Aufenthalt in der Kapama River Lodge 460€ pro Nacht und Zimmer, was absolut nicht die günstigste Variante der Private Game Lodges ist, es geht aber auch noch deutlich teurer.  Im Nachhinein können wir sagen, dass sich jeder Euro gelohnt hat. Denn die Atmosphäre in der Lodge ist toll und die Game Drives waren perfekt, auch weil wir tolle Leute in unserer „Safarigruppe“ hatten.

Und unsere Südafrikatour hat für 14 Tage mit Flug, Hotel, Mietwagen, Eintritt für diverse Nationalparks, Trinkgelder, Souveniers und allem was so dazu gehört -auch Kapama- pro Person ca. 2400€ gekostet. Wir waren aber überhaupt nicht sparsam unterwegs, weder was Essen noch Unterkunft betrifft. Also auch ohne komplett auf Sparflamme unterwegs zu sein, ist das Ganze sicher für unter 1800€ locker drin, ohne Übernachtung im Private Game Reserve auch schon für 1500€. -An den Safaris in vielen privaten Wildreservaten kannst du nämlich auch teilnehmen ohne dort zu übernachten :) In Kapama kostet das pro Safari ab ca. 28€… Und wenn du jetzt Hilfe bei deiner Reiseplanung brauchst, melde dich.