Unser erstes Traumziel in Südamerika ist der Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens. Mit mehr als 10.000qm ist er der größte Salzsee der Welt und liegt in luftigen 3.600m Höhe nahe der Grenze zu Chile.

Wer nach Bolivien reisen möchte, um den Salzsee zu sehen oder ihn zu überqueren muss sich zuerst überlegen wie er den See eigentlich sehen möchte. Der sieht nämlich im Sommer, wenn es regelmäßig regnet, anders aus als im Winter, wenn er komplett ausgetrocknet ist. In den trockenen Monaten wird die Salzkruste richtig porös und der See sieht aus wie eine unendlich weite Salzwüste aus weißblau schimmernden, fünfeckigen Waben. Während der regenreicheren Monate im Sommer sammelt sich dagegen das Regenwasser zentimeterhoch über dem Salz, weicht die obere Schicht etwas auf und die Wasseroberfläche sieht dann aus wie ein riesiger, perfekter Spiegel.
So ein Sommer-Bild war es auch, dass wir auf Instagram gesehen haben und weshalb wir unbedingt zum Salar de Uyuni reisen möchten. Obwohl der See auch vollständig ausgetrocknet richtig schön aussieht.

 

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Der Salar de Uyuni während den trockenen Monaten im Winter, wenn die Salzschicht ausgetrocknet ist

 

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Der Salar im Sommer, wenn dich der Himmel in der dünnen Wasserschicht über dem Salz spiegelt

Die Salzkruste des Sees ist mehrere Meter hoch, wie hoch genau, dazu haben wir innerhalb von 10 Minuten googeln mindestens fünf verschiedene Angaben gefunden. Irgendwo zwischen maximal 7 und maximal 18 Metern muss dann die Wahrheit liegen ;)

kurzer Tipp: Auch wenn der See in den trockenen Monaten fast komplett trocken ist, gibt’s es wohl einige Stellen, an denen noch ein bisschen Wasser auf der Oberfläche ist. Also am besten einfach mal den Fahrer fragen, ob er nicht eine Stelle kennt an der man den tollen Spiegeleffekt sehen kann.

Touren quer über den Salar de Uyuni

Den Salar de Uyuni auf eigene Faust zu erkunden ist aber auf jeden Fall keine gute Idee. Es gibt keine Schilder auf dem See und auch sonst gibt es wenig an dem man sich orientieren könnte. Und das Klima und das Salz ist für die Fahrzeuge nicht ganz ohne und liegen bleiben mitten im Nirgendwo eher ein Albtraum. Am besten nimmt man sich in dem kleinen Dorf Uyuni, weniger Kilometer vom See entfernt, einen Fahrer. Oder von chilenischer Seite aus ist auch die Wüstenstadt San Pedro de Atacama ein beliebter Startpunkt. Obwohl die Stadt mehrere 100km vom Salzsee entfernt liegt, scheinen die Tour-Preise in Chile und Bolivien sich nicht viel zu nehmen, sodass es keinen Sinn macht z.B. von Chile aus zuerst den „Umweg“ über Uyuni zu nehmen. In die Jeeps passen 6 Personen und der Fahrer und so geht es dann quer über den Salzsee. Wir haben schon gelesen, dass einige Anbieter die Jeeps auch überladen und man dann zu acht der neunt im Auto sitzt. Das wäre für mich der Horror, so zusammengepfercht tagelang durch die bolivianische Landschaft zu kurven. Wir werden also ein bisschen mehr Zeit in die Recherche über die verschiedenen Anbieter stecken müssen.

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In so einem Jeep sitzt man während der Tour über den Salar de Uyuni

Die Preise liegen zwischen 40US$ für eine Tagestour und 150US$ für eine 4-Tages-Tour plus die Gebühr für den Nationalpark. Inklusive ist die Verpflegung (3 Mahlzeiten am Tag) und bei mehrtägigen Touren auch die (einfache) Unterkunft. Kaufen kann man unterwegs -so wie es sich liest- nichts. Also auf jeden Fall sollte man dann genügend Getränke (5 Liter pro Person) und ein paar Snacks einpacken… – Und auch Toilettenpapier wird von allen Seiten empfohlen ;)

Ein Stopp der bei allen Touren auf dem Plan steht ist das kleine Dorf Colchani, das direkt am Rand des Salars liegt. Hier verarbeiten bolivianische Familien das abgebaute Salz weiter und man kann auch Souvenirs kaufen. Ich hab mir fest vorgenommen keine Souvenirs mehr mitzunehmen, die brauchen viel Platz und stauben nur ein. Klar, die Erkenntnis hatte ich auch schon vor der letzten Reise… Ich hoffe, bis nächstes Jahr weiß ich das dann endlich auch mal noch dann, wenn ich unterwegs bin. Timo wird drei Kreuze machen :D

Die Kakteeninsel „Inkawasi Island“ mit meterhohen und zum Teil über 1000 Jahre alten Kakteen ist auch bei allen Touren auf dem Programm. Die Insel liegt auf einem erloschenen Vulkan und wer ein paar Meter zu Fuß geht, hat vom „Gipfel“ aus einen tollen Blick über den Salar de Uyuni. –In 4000 Meter Höhe sind „ein paar Meter“ allerdings ein bisschen anstrengender als wir das sonst gewohnt sind.

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Blick durch einen Felsen auf die Kakteen von Inkawasi Island – Inkawasi oder auch Inkahuasi heißt übrigens Inkahaus :)

Bei längeren Touren –und dementsprechend bei allen Touren die in Chile starten- fährt man auch zu schönen Flecken weiter entfernt vom Salar de Uyuni. Zum Beispiel gibt es in Richtung Chile die Laguna Verde, die bei richtigem Wetter (Wind oder viel Sonne) richtig grün-türkisfarbenes Wasser hat. Bei „falschem“ Wetter, sieht die Lagune allerdings ein bisschen unspektakulär aus. Ein weiterer Stopp sind die Aguas Termales, in denen man bei fast 40° warmem Wasser baden kann. Auf den ersten Blick sehen die „Wasserlöcher“ für mich gar nicht so einladend aus, aber mit den 40° werde ich mich dann sicher doch überzeugen lassen :D

Laguna Verde

Die Laguna Verde am Fuß des Vulkans Licancabur

Übrigens könnte Bolivien dank dem Salar de Uyuni ein ziemlich reiches Land sein, gerade für südamerikanische Verhältnisse. Denn außer dem Salz, von dem jährlich immerhin 25.000 Tonnen abgebaut werden, ist in der Kruste auch Lithium. Und das ist viel profitabler als Salz. Es wird für Batterien, Laptops, Handys etc. verwendet und in der dicken Salzschicht soll rund die Hälfte des Weltvorkommens lagern. Boliviens Regierung vergibt aber keine Lizenzen zum Lithiumabbau ins Ausland, sondern möchte das Leichtmetall selbst ausbauen. Zum einen um nicht ausgebeutet zu werden und zum anderen um die Touristen nicht zu verlieren. Gut für uns :) Um Baustellen zu bewundern müssten wir eher nicht bis nach Bolivien reisen.

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Hier wird Salz abgebaut :)