Wenn wir früher schon gewusst hätten, dass es so schön ist, da wo der Pfeffer wächst… dann hätten wir nicht andere, sondern uns selbst dahin gewünscht!
Der Pfeffer wächst nämlich auf Phu Quoc (gesprochen Fu Quok), einer tollen Insel im Südosten von Vietnam, ungefähr auf einer Höhe mit der Landeshauptstadt Ho Chi Minh. Die Insel ist, verglichen mit thailändischen Urlaubsinseln wie Koh Samui oder Koh Phangan noch relativ unberührt. Es gibt aber neben einem Krankenhaus, einer Post- und Polizeistation und einigen Banken seit kurzem sogar einen internationalen Flughafen. Besonders günstig sind aber trotzdem die Inlandsflüge. Von Ho Chi Minh oder Hanoi kostet ein Direktflüge nach Phu Quoc ab 35€ für Hin- und Rückflug – vor Ort gebucht wird es tendenziell sogar noch etwas günstiger.

Es ist auch möglich mit Bus und Fähre nach Phu Quoc zu gelangen und so noch ein paar Euro zu sparen. Wir haben darüber von anderen Reisenden aber die abenteuerlichsten Geschichten gehört, vor allem da man bei der Überfahrt mit der Fähre noch wetterabhängiger ist als mit allen anderen Transportmitteln. Wer also keine Zeit hat, auf besseres Wetter zu warten, ist mit dem Flug besser dran – wenn auch nicht auf der sicheren Seite, wie wir festgestellt haben…

Perlen und Pfeffer

Besonders bekannt ist Phu Quoc neben Pfeffer auch für Perlen. Beides kannst du hier zu super Preisen und in top Qualität bekommen und wer möchte, kann auf den Perlen- und Pfefferfarmen an kleinen Führungen teilnehmen. Am besten mietest du dir dazu für ein paar Euro einen Roller und fährst über die Insel. Aber auch wenn du die Farmen nicht besuchen möchtest… echte Perlen und Phu Quoc-Pfeffer gibt es überall auf der Insel – zum Beispiel auf dem Nachtmarkt in Duong Dong. Wir haben dort beides gekauft. Die Perlen sind wunderschön und ein super Mitbringsel und der Pfeffer ist auch richtig gut!
Tipp für den Perlenkauf: Es gibt Juweliere, aber auch Straßenstände, die Perlen verkaufen. Viele der Straßenhändler verkaufen echte Perlen, einige aber auch echten Schrott. Erkennen kannst du den Unterschied ganz einfach: echte Perlen kannst du in eine Flamme halten (z.B. Feuerzeug) und sie werden nicht beschädigt (mach das aber nicht zu oft, denn auch echt Perlen sind dafür auf Dauer nicht gedacht). Und wenn du mit den Schneidezähnen „darüberkratzt“ kannst du auch an der leicht rauen Oberfläche die Echtheit erkennen. -Uns ist das ein bisschen schwer gefallen, da wir keinen Vergleich hatten. Aber wenn du vorab die Möglichkeit hast, das mit einer künstlichen und einer echten Perle zu testen, weißt du, dass der Unterschied sofort zu erkennen ist.

Seafood auf dem Duong Dong Nightmarket

Phu Quoc Nightmarket

Neben Perlen und Pfeffer hat uns das Essen auf Phu Quoc sehr begeistert. Auf dem Nachtmarkt in Duong Dong gibt es viele Stände, an denen frischer Fisch angeboten wird. Für jeden, der gerne Fisch isst ein absolutes Muss. Von Riesengarnelen über alle Arten von Muscheln, Red Snapper bis zu Calamari findest du hier wirklich alles. Etwas seltener Verkauftes wie Hummer oder Seeschnecken werden -wie bei uns auch- in Aquarien ausgestellt. Die Qualität ist super und die Preise sind sehr günstig. Wir haben für einen kompletten Red Snapper, 1/2kg Garnelen, ein  Duzend Muscheln, Brot und 4 Bier knapp 20€ bezahlt.
Funktionieren tut das Ganze so, dass du dir vorne an der Auslage aussuchst was du haben möchtest. Oft wird noch das ein oder andere empfohlen, probiere das unbedingt!! Die wissen, was sie tun ;) Alles wird dann auf einem großen Grill zubereitet und du setzt dich solange an einen Tisch und wartest bei einem Bier bis das Essen gebracht wird. Perfekt!!

Strände

Phu Quoc ist eine Insel, da gibt’s natürlich auch eine ganze Menge Sandstrände. Trotzdem ist für alle mit Lust auf „richtigen“ Strandurlaub Phu Quoc nicht ganz an der richtigen Adresse. Als wir dort waren, waren Strand und Wasser relativ schmutzig. Von weitem zwar schön anzusehen, aber nicht eben einladend zum Baden.

phuquoc_stand2

Am Long Beach, dem längsten Strand auf Phu Quoc, war es zwar relativ leer, da wir nicht während der Hauptsaison unterwegs waren dafür gab es (zusätzlich zu allerlei Müll) hunderte gestrandete Quallen und wahrscheinlich nochmal so viele noch nicht ganz gestrandete. Sonnenbaden war aber trotzdem drin :) Wenn du nicht in einem der Strandresorts übernachtest und auf der Suche nach einer Strandliege bist… es gibt es am Long Beach, auf der Höhe des Coral Bay Resort, „Rory’s Beach Bar“, dort gibt es neben Liegen auch kühlen Getränken und ganz gutes Essen.

Auch bei allen übrigen Stränden auf Phu Quoc sah es kaum anders aus, der einzige Strand an dem Baden für uns in Frage kam war Sao Beach im Süden. Dorthin kommst du auch wieder am besten mit einem gemieteten Roller.
Hinweis fürs Rollerfahren: Da die Straßen auf Phu Quoc nur teilweise und dann eher schlecht geteert sind, kommt es wohl ab und zu zu kleineren Unfällen. Schaue deshalb vor Abreise besser nochmal nach ob du auch eine Reisekrankenversicherung besitzt. Und wem Rollerfahren nicht geheuer ist: werden vor Ort auch Touren um die Insel angeboten.

Phu Quoc Dirtroad

Bei unserer Rückreise

… zurück nach Ho Chi Minh hat es dann geschüttet wie aus Eimern. Ein richtiger Tropensturm hat uns erwischt. Wir haben uns -bis wir zum Flughafen mussten- in ein Cafe gesetzt und uns über das Wetter gefreut, da wir so einen Regen vorher noch nie erlebt hatten. Was uns bei all der Freude nicht so klar war, war dass ein Sturm eventuell auch Einfluss auf unseren Rückflug nach Ho Chi Minh haben könnte (von wo aus wir am nächsten Morgen unser Flug nach Abu Dhabi ging) Auf die Idee sind wir erst gekommen, als wir am Flughafen waren und unser Flug 2 Stunden Verspätung hatte. Aber immerhin, theoretisch war Fliegen wohl noch möglich, mit der Fähre wären wir erst mal festgesessen.
Als wir dann endlich im Flugzeug waren, ist das erst mal eine Stunde reglos geblieben, bis es dann hieß: Wieder raus mit uns, mit der Maschine stimmt was nicht. Was genau konnte uns niemand erklären, da zumindest in dem Moment keiner auf Phu Quoc Englisch gesprochen hat. Nach stundenlangem Warten sind wir dann wieder in dieselbe Maschine bugsiert worden und am Ende tatsächlich heil in Ho Chi Minh angekommen. Wenigstens hatte der Sturm in der Zwischenzeit nachgelassen :D

Hoteltipp: In der Hochsaison sind die Strandresorts oft ziemlich teuer und selbst in der Nebensaison ist es schwer ein günstiges Angebot zu finden. Wir waren deshalb  im Lighthouse Hotel in Duong Dong, ein schlichtes Hotel und nicht direkt am Strand, dafür aber nur ein paar Schritte vom Nightmarket entfernt und außerdem sauber und günstig.

Restaurant für Zwischendurch: Alanis Coffee Deli an der Hauptstraße zwischen Duong Dong und Flughafen. Hier gibt’s tollen Kaffee, super Shakes und die besten Pancakes überhaupt.