Philadelphia, Philly oder die City of Brotherly Love… Falls du dich wie wir schon mal gewundert hast wo der Name City of Brotherly Love herkommt, hier die Erklärung: „philia“ bedeutet auf Griechisch „Liebe“ und „adelphos“ bedeutet „Bruder“. Und das ist schon die ganze Geschichte :D Vor allem für Rocky-Fans gibts in Philadelphia viel zu sehen, da das ja die Heimatstadt von Rocky Balboa ist. Aber auch für alle anderen lohnt sich ein Ausflug in die Stadt :)

Philadelphia für Schauplatz-Jäger

Überall finden sich Schauplätze aus den bisher sechs Rocky-Filmen. Der Bekannteste davon ist natürlich die Treppe vor dem Museum of Art, die Treppe, die Rocky im ersten Teil zu „Gonna Fly Now“ von Bill Conti immer wieder hochläuft. 72 Stufen die wir und alle anderen pflichtbewusst und begeistert hinaufgejoggt sind. Das war selbst für mich nicht komplett Rocky-Verrückte ein Muss – und da es alle machen ist es außerdem irgendwie ansteckend. Von der Rocky-Treppe aus hat man dann auch einen tollen Ausblick über Philadelphia: den kompletten Benjamin Franklin Parkway hinunter, entlang dem sich auch viele andere Sehenswürdigkeiten und alte Gebäude finden.
Die Treppe wieder hinunter, ein paar Schritte nach links und du stehst vor der Rocky-Statue und kannst dich in die Schlange stellen, um ein Foto mit Rocky zu ergattern.
Außer der Statue und der Treppe gibt es in Philadelphia noch viele weitere Schauplätze aus den Filmen wie der Laurel Hill Cemetery im Norden, in dem sich Adrian Balboas Film-Grab befindet oder Rockys erste Wohnung in der Tusculum Street.

Rocky Statue - Philadelphia

Rocky Statue vor dem Museum of Art

Restaurants auf Rocky‘s Spuren

Unser Lieblings-Rockyschauplatz war aber tatsächlich ein anderer: das Restaurant Adrian’s, das Rocky in Gedenken an seine an Krebs gestorbene Frau eröffnet und nach ihr benannt hat. Tatsächlich hat das Restaurant wie im Film italienische Küche, heißt aber Victor Cafe und ist in der 1303 Dickinsons Street zu finden. Hier bekommt man neben richtig leckerer Pasta auch Opernarien serviert. Viele der Kellner und Kellnerinnen studieren am Curtis Institute of Music in Philadelphia und alle 15-20 Minuten singt einer von ihnen ein Stück, als wir dort waren sogar eines auf Deutsch aus der Zauberflöte :)
Das Lokal ist wiiirklich jedem zu empfehlen, Rocky-Fan oder nicht. Und wenn du dann im Victor Cafe bist, gehe auf jeden Fall auf die Toilette im 1.Stock oder wenigstens bis vor die Tür. Oben sind zwei richtig schick und „herrenzimmerähnlich“ eingerichtete Räume für Privatfeiern, in die es sich lohnt einen neugierigen Blick zu werfen. Und ein Tipp falls du Meeresfrüchte magst: Die Linguine mit Clams sind der Hammer!

Und um beim Essen zu bleiben: lass dir auf keinen Fall das Philly Cheesesteak entgehen. Eigentlich schon fast sowas wie ein Wahrzeichen von Philadelphia: ein Sandwich mit dünn geschnittenem Steakfleisch, zerlaufenem Käse und wahlweise Röstzwiebeln, Ketchup und grünen Pepperonis. Absolut lecker und ein perfekter Mittagssnack – definitiv besser als die Conch Fritters in Key West :D Das Philadelphia Cheesesteak wurde in den 1930er Jahren von den Brüdern Pat und Harry Olivieri in Pat’s King of Steaks erfunden. Das Restaurant ist in der 1237 East Passyunk Ave, nur ein paar Gehminuten vom Victor Cafe entfernt. Auch heute bekommst du bei Pat‘s noch Cheesesteaks in allen Varinaten. Und hier schließt sich dann auch der Kreis, denn Rocky hat ebenfalls hier gegessen, zusammen mit Tony Gazzo, dem Geldeintreiber für den er in Teil 1 gearbeitet hat. :)

Philadelphia – Meilenstein der US-Geschichte

Natürlich gibt es in Philadelphia auch Sehenswertes, das nichts mit Rocky zu tun hat. Zum Beispiel im Old City District. Hier findest du viele Gebäude und andere Sights von historischer Bedeutung. Überhaupt ist Philadelphia eine der bedeutendsten Städte für die US-amerikanische Geschichte. 1681 von William Penn gegründet ist Philadelphia eine der ältesten Städte der Vereinigten Staaten und war von 1790-1800 auch Nationalhauptstadt. Am 4.Juli.1776 wurde hier die Unabhängigkeitserklärung verkündet und 1787 die Verfassung der USA beschlossen. Und deshalb steht im Old Town District in Philadelphia auch die Liberty Bell (genau die, an der Barney und Ted von How i met your mother geleckt haben :D). Die Liberty Bell hing lange Zeit in der Independence Hall, aber heute ist die Liberty Bell von der Straße aus sichtbar im Liberty Bell Center aufgestellt. Und seit Mitte des 19Jhd. kann die Glocke wegen einem langen Riss auch gar nicht mehr läuten.
All das findest du rund um den Independence National History Park zwischen 6th Street und Independence Mall Ecke Chestnut Street. Die Independence Hall kann übrigens besichtigt werden, die Tickets dafür sind kostenlos aber du bekommst sie –weil so viel los ist- nur für bestimmte Uhrzeiten. Für uns beide war das deshalb so spontan nichts und eine Begutachtung von außen musste reichen.

Independence Hall - Philadelphia

Independence Hall

10 Minuten zu Fuß von der Liberty Bell und auch im Old City District ist die Elfreth’s Alley, bekannt als das älteste permanent bewohnte Wohnviertel der USA. Die 32 Backsteinhäuser entlang der Elfreth’s Alley wurden zwischen 1720 und 1830 gebaut, neben der „normalen“ Führung gibt es einmal im Jahr auch die Möglichkeit einen Blick in die auch heute noch bewohnten Häuser zu werfen. „Deck the Alley“ heißt das Ganze und kostet aktuell 25$ Eintritt, dafür schaut dann aber auch Benjamin Franklin mal vorbei ;)

Elfreth's Alley - Philadelphia

Elfreth’s Alley

Apropos Benjamin Franklin… In Philadelphia ist auch das Franklin Institute, Technik Museum und eine der ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen der USA. Das Museum ist in vielen Bereichen auf Interaktion ausgelegt. Besonders toll für Kinder, aber auch für Erwachsene gibt’s viel zu lernen. Und mal ehrlich, die Sendung mit der Maus schaut doch auch jeder noch immer gerne an. ;) Der Eintritt ohne Sonderausstellungen beträgt für Erwachsene 20$. Auf den Stadtplänen, die eigentlich von allen Hotels in Philadelphia ausgegeben werden, finden sich aber meist auch Rabattgutscheine für Museen, Busrundfahrten etc. Unter anderem auch für das Eastern State Penitentiary, der ehemaligen Strafanstalt. An der Planung des Gefängnisses ab 1787 war ebenfalls wieder Benjamin Franklin beteiligt. 1829 wurde die Strafanstalt in Betrieb genommen und bis 1971 genutzt. Heute ist das Gefängnis mit seinen vielen Einzelzellen ein Museum. Unter anderem die Zelle in der Al Capone saß kann hier bestaunt werden.

Für alle, die auf ein bisschen was Außergewöhnliches stehen sind die Philadelphia Magic Gardens noch ein guter Tipp, die „Gärten“ sind ein riesiges Mosaik-Kunstwerk von Isaiah Zagar, dass sich über einen halben Straßenblock erstreckt. Von Fahrradreifen bis zu Porzellan findet sich auf 280qm alles Mögliche in allen Farben, teilweise in Galerien, teilweise unter freiem Himmel. Die Magic Gardens sind nicht weit von der Old City entfernt, also wenn du Zeit hast für einen Abstecher, kommst du von dort gut zu Fuß zu den Gärten.

Die City of brotherly Love hat also tatsächlich richtig viel zu bieten, und auch wenn Philadelphia vielleicht keine „Glamour“-Stadt ist wie New York oder San Francisco lohnt es sich wirklich ein Wochenende hier zu verbringen!