Key West in Florida ist die südlichste Stadt des Festlands der Vereinigten Staaten und nur 165km von Havanna, der Hauptstadt Cubas, entfernt. Die Stadt liegt damit mehr oder weniger schon in der Karibik und das merkt man auch :) Irgendwie sind die Menschen hier entspannter und alles sieht ein bisschen weniger amerikanisch aus… keine verspiegelten Hotel-Ungetüme oder NBC Gebäude weit und breit.

Eigentlich ist Key West eine kleine Insel – die südlichste der Florida Keys, einer ganzen Reihe von Inseln, die sich wie am Schnürchen über 150km vom Festland ins Meer aufreihen. Diesem geografischen Zufall ist es zu verdanken, dass Key West mit dem Auto zu erreichen ist und deshalb zum US-Festland gerechnet wird. Von Miami aus folgt man einfach nur dem Highway 1 Richtung Süden und landet dann automatisch nach ca. 3,5 Stunden Fahrt am Ende der Vereinigten Staaten. :) -Immer begeleitet von einer traumhaften Aussicht. Entweder fährt man durch kleine Städte mit Holzhäusern, vorbei an Palmen und anderer Tropenpflanzen oder, vor allem auf der zweiten Hälfte der Strecke, über ellenlange Brücken über dem offenen Meer. Die längste Brücke ist die Seven Mile Bridge zwischen den Inseln Vaca Key und Bahia Honda.

Key West - 7 Mile Bridge

Da die Fahrt trotz Postkartenkulisse ziemlich lange ist, muss, wer nur einen Tagestrip nach Key West machen möchte, früh aufstehen. Und wird sich außerdem schnell ärgern, nicht länger bleiben zu können. ;) Da unser Timing nicht gerade perfekt war was die Hotelpreise angeht, sind wir aber auch nur eine Nacht geblieben. In Key West sind die Unterkünfte nämlich deutlich teurer als im Rest Floridas.

Da die Insel nicht sehr groß ist und sich der ganze Trubel mehr oder weniger aufs Stadtzentrum konzentriert, ist in Key West alles gut zu Fuß zu erreichen. Die bekannteste Straße der Stadt ist die Duval Street. Sie ist vollgepackt mit Bars, kleinen Läden und tollen Wohnhäusern. Überhaupt sind die Häuser in Key West zum Verlieben. Der Stil in dem die meisten Häuser hier gebaut sind ist der Bahamas-Architecture-Style. Oft wird dieser Baustil auch Key-West-Stil genannt, eben weil Key West voll von diesen hübschen Holzbauten ist. Aber zurück zur Duval Street…Die bekannteste Bar ist Sloppy Joe’s (Ecke Greene Street), einst die Lieblingsbar von Ernest Hemingway und großer Kult. Hier und in den meisten anderen Bars der Duval Street wird abends bis in die Puppen Live-Musik gespielt.

Key West - Duval Street

In Key West spielen sich die meisten Dinge dank des warmen Klimas unter freiem Himmel ab. Die Geschäfte und Bars sind deshalb oft zur Straße hin komplett offen und an der Waterfront rund um den Mallory Square sind tagsüber viele Stände mit allerlei Krimskrams wie Strohhüten, Handtüchern und vielen Souveniers aufgestellt. Gegen Abend kommen dann einige Straßenstände von Malern dazu und Straßenkünstlern geben ihre Shows zum Besten. Dann versammeln sich auf dem Platz hunderte Menschen um den wirklich besonders schönen Sonnenuntergang zu bewundern. Wir dachten zuerst, wir hätten ganz besonders Glück, dass genau im Moment des Sonnenuntergangs ein Segelschiff für das perfekte Foto vorbeigeschippert kam. Mittlerweile haben wir aber sehr viele Bilder mit ähnlichem Motiv gesehen… also vielleicht doch nicht so viel Glück…. Ist uns aber schnuppe, hat schön ausgesehen :)

Key West Sonnenuntergang

Ansonsten findet man in Key West eines ganz oft: Conch. Überall gibt es dieses Conch-Zeug! Dass es dabei um etwas zu Essen geht, haben wir schnell rausgefunden. Da es sogar eine Conch-Tour gibt, musste es ja eine absolute Spezialität sein. Beim Abendessen haben wir dann einfach mal bestellt… und auch gegessen. Timo fands okay und ich wollte es okay finden und habe mir so ein Teil hinunter gezwungen. Aus irgendeinem heute nicht mehr nachvollziehbaren Grund hatten wir beide danach eine ganze Woche lang keine Muse nachzuschauen, was wir da überhaupt gegessen hatten. Aber auch nach der Woche wurde mir noch ganz  übel: Conch sind Seeschnecken!! Ich liebe Fisch oder Muscheln oder Garnelen oder… Aber Schnecken? Furchtbar! Timo fands übrigens immer noch okay… :-D

Naja, schnell wieder zu den schöneren Dingen: Von von Key West aus werden für alle die etwas mehr Action brauchen auch Tauch- und Schnorchelausflüge zum einzige lebenden Korallenriff Nordamerikas angeboten.Das Riff ist das viertgrößste „Barriere-Riff der Welt nach dem Great-Barrier-Reef vor der Nord-Ostküste Australiens und den beiden Barriereriffen vor Belize und Neukaledonien. Bei den Florida Keys befindet sich auch der „Florida Keys Ship Wreck Trail“, eine ganze Reihe Schiffswracks um die und in denen getaucht werden kann.

Auch mit Delfinen kann man auf den Keys schwimmen, zum Beispiel im Dolphin Research Centre auf Grassy Key, auf halber Strecke zwischen Key Largo ganz im Norden der Keys und Key West. Ganz günstig ist das Schwimmen mit den Tümmlern zwar nicht -die Tickets starten bei 199€ (zur Zeit ca. 185€) für 20-25 Minuten Zeit mit einem Delfin im Wasser. Wer aber Lust auf so ein einmaliges Erlebnis hat, hat z.B. auf dem Rückweg  von Key West die Möglichekeit dazu.

Hoteltipp: Wir warn im Island City House. Das Hotel liegt nicht mitten im Geschehen, zur Duval Street waren es ca. 5 Minuten zu Fuss, war aber erschwinglich. Das Hotel ist eine Anlage um oben genannten Key-West-Stil und das Gelände ist schön angelegt mit unzähligen Palmen und einem kleinen Pool. Das Zimmer war tiptop sauber und wir hatten einen Balkon mit einer Holzschaukel.

Da die Hotels auf Key West aber wirklich unglaublich teuer sind, schau am besten ein paar Tage vorher auf Hotel Tonight vorbei. Hier kannst du  für noch nicht ausgebuchte Hotels oft echte Schnäppchen finden und eine Menge Geld sparen.