Als vorerst letztes Ziel kommt Kenia auf unsere Reise Bucketlist. Nach unseren Safaris in Südafrika im letzten September hat uns Afrika total gepackt und ich kann heute jeden verstehen, der regelmäßig sein Erspartes für Safaritouren auf den Kopf haut. Die Tiere in freier Wildbahn zu sehen ist unglaublich beeindruckend und macht einen irgendwie richtig glücklich und zufrieden. :) Oder -wenn so ein Rudel Löwinnen auf der Jagd keinen Meter vom eigenen (offenen!) Safari-Jeep vorbeijoggt- auch mal ganz schön nervös :D

ein ganz Besonderes Safari-Erlebnis in der Masai Mara…

Und in Kenia hat man die Möglichkeit ein ganz, ganz besonderes Safari-Erlebnis zu machen: die größte Tierwanderung der Welt, die „Great Migration“. Jedes Jahr am Anfang der Trockenzeit sammeln sich in der tansanischen Serengeti um die 1,5 Millionen Gnus und 250.000 Zebras um zusammen als eine riiiiesengroße Herde in den kenianischen Teil der Serengeti, in die Masai Mara, zu ziehen. Dort gibt es während der Trockenzeit genug Futter und Wasser für die Herden. Der Höhepunkt der Wanderung ist im Normalfall zwischen August und September, dann sieht man auf den Steppen der Masai Mara Gnus und Zebras soweit das Auge reicht.

masai mara Gnus

Wenn die Gnus sich auf dem trockenen und abgegrasten Boden in riesigen Herden auf den Weg machen, sieht man vor lauter Staubwolken so gut wie nichts mehr :D

Im Laufe der Wanderung müssen die Tiere auch mehrfach Flüsse überqueren, was besonders am Mara-Fluss wegen seinem steilen Ufer sehr schwierig ist. Hier entstehen dann die in Tierdokus so oft gezeigten Bilder, bei denen sich tausende Zebras und Gnus vor dem Fluss sammeln bis irgendwann das erste Tier in das gefährliche Wasser springt. Ist dieser erste Schritt getan, gibt es danach auch für den Rest kein Halten mehr und alle drängen sich gleichzeitig in den Fluss – zur großen Begeisterung der bis zu fünf Meter langen, im Wasser lauernden Krokodile, die sich dann nur noch „am gedeckten Tisch“ bedienen müssen. Viele Tiere brechen sich aber in dem Gedränge auch ein Bein, werden von den Massen überrannt und ertrinken … Einerseits gehören die Flussüberquerungen zu den Highlights der Masai Mara-Safaris und sind ein unglaublich faszinierender Anblick, andererseits finde ich sie auch ein bisschen grausam – ca. 250.000 Gnus sterben jedes Jahr während der Great Migration.

masai mara fluss überquerung

Überquerung des Mara River

Wer Raubkatzen sehen möchte, ist in der Masai Mara immer richtig :)

Die Herden ziehen natürlich nicht nur Raubtiere im Wasser an, sondern auch die Raubkatzen und dabei vor allem die Löwen und Leoparden. Grundsätzlich ist die Masai Mara einer der afrikanischen Nationalparks mit dem höchsten Aufkommen von Raubkatzen. Alleine das wäre ja für mich eigentlich schon Grund genug für eine Reise nach Kenia.

masai mara leopard

Ein Grund warum Leoparden so selten gesehen werden ist, dass diese „Meister der Tarnung“ sich in den Bäumen verstecken…

masai mara gepardenbaby

Hoffentlich sehen wir auch endlich mal einen Geparden in freier Wildbahn. Am liebsten mit Nachwuchs :)

 

Und -genauso wie die übrigen Savannentiere- sind die Raubkatzen das ganze Jahr über in der Masai Mara – die Chancen, die Big Five zu sehen stehen also immer richtig gut. Während einer Safari einen Leoparden zu sehen ist nämlich nicht immer so einfach…

Was kostet eine Masai Mara-Safari?

Touren durch die Masai Mara in der Zeit der Great Migration gibt’s schon ab knapp 300€. Diese Touren sind ausgelegt für max. 8 Personen und dauern dann 3 Tage (mit An- und Abreisetag), d.h. ein Game Drive am ersten Abend, ein „Full-Day-Game-Drive“ und ein Game Drive am letzten Morgen. Verpflegung und Unterkunft sind dabei, aber ziemlich basic. Wenn man einen günstigen Flug nach Nairobi erwischt ist so eine kurze Safari dann tatsächlich erschwinglich.
Private 3-tägige Touren (für 2 Personen im Doppelzimmer) starten bei ca. 650€. Einen guten Überblick über die verschiedenen buchbaren Touren gibt es zum Beispiel auf safaribookings.com. Hier findet man eine riesen Auswahl von Low Budget bis Luxury-Touren und Gruppen- oder Privatsafaris mit einer Dauer von drei Tagen bis zu einem Monat und bekommt recht gute Anhaltspunkte was die Preis-Leistung angeht.

masai mara safarifahrzeug

Im Gegensatz zu den offenen Safarifahrzeugen in Südafrika, gibt es in Kenia Safaribusse mit ausfahrbaren Dächern.

Was man übrigens zusätzlich zu den angegebenen Preisen einrechnen muss sind die Trinkgelder für Fahrer und eventuelle andere Guides. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man in Afrika bei Safaris relativ hohe Trinkgelder erwartet. –Die obligatorischen 10% beim Essengehen kennt ja jeder, aber in Südafrika waren wir doch überrascht: Für 2 Nächte im Kapama Wildlife Resort haben wir zu zweit unter Einhaltung der vorgeschlagenen Richtwerte etwas mehr 100€ liegen lassen. Allerdings ist Kapama eher Luxus und dementsprechend ist das Trinkgeld eben auch Luxus…
-Der tatsächliche „Game-Drive“, also das „Mit-dem-Jeep-durch-den-Busch-fahren-und-Tiere-suchen“ ist eigentlich sowieso nicht das was eine Safari-Tour so teuer macht, sondern das ganze Drumherum. Eine 3h-Safari mit nem 4WD durch den Krüger Nationalpark oder ein anderes Game Reserve kostet gerade einmal 30Euro.

Tja, lange Rede kurzer Sinn… Eine Safari muss, entgegen der allgemeinen Meinung, nicht unglaublich teuer sein, aber wer das komplette Programm will muss doch schon einen ordentlichen Betrag auf den Tisch legen. Und für die meisten gehört eben ein bisschen Luxus doch dazu. Wie wir das machen werden hängt dann schlicht davon ab, wieviel von unserem Budget wir schon verbraten haben, bis wir in Kenia ankommen ;)