Während des zweiten Teils unserer Irland Rundreise waren wir auf den der Ivaragh- und der Beara-Halbinsel. Die beiden Halbinseln sind wegen der beeindruckenden Landschaft und ein absolutes Muss bei jeder Irlandreise:

Ring of Kerry

Der Ring of Kerry ist eine 180km lange Küstenstraße (N71) um die Iveragh Halbinsel im Südwesten Irlands, ungefähr 120km davon verlaufen direkt am Atlantik entlang. Wir sind unsere Tour von Killarney aus gestartet, zusammen mit Kenmare wahrscheinlich die beiden bekanntesten und schönsten Städte entlang des Ring of Kerry. Aber eigentlich geht es bei der Tour ja gar nicht so sehr um die Städte, sondern um die Natur und die vielen Kulturstädten entlang des Rings.

Ring of Kerry Panorama

Panoramablick durch den Nebel hinunter aufs Meer

Besonders schön am Ring of Kerry sind die Steilküsten: Von der N71 aus sieht man runter aufs Meer und auf die vielen kleinen Inseln und Felsen im Wasser. Wir hatten leider ein bisschen Pech mit dem Wetter und konnten an einigen Abschnitten entlang der Küste vor lauter Nebel kaum das Meer sehen. Aber selbst mit eingeschränkter Sicht waren die Küste, Strände, Berge und Meer  wunderschön.
Typisch für Irland springen die Schafe hier frei herum und man muss ein bisschen aufpassen, wenn mal eines die Straße überqueren möchte. Und Busse dürfen den Ring auch nur in eine Richtung –gegen den Uhrzeigersinn- befahren, da die Straße oft so schmal ist, dass zwei Busse unmöglich aneinander vorbeipassen würden. PKWs dürfen in beide Richtungen, es wird aber rechts herum –also im Uhrzeigersinn- empfohlen. So bleibt man nicht hinter den Bussen kleben. -Da wir das erst hinterher erfahren haben sind wir mit den Bussen gefahren, was trotzdem kein großes Problem war, da alle paar Meter sowieso angehalten, fotografiert und Ausschau gehalten wird.

Gap of Dunloe

Die Gap of Dunloe ist mehr oder weniger ein Teil des Ring of Kerry, zumindest zweigt sie kurz vor Killarney von der N71 ab. Wir sind in die Schlucht von der anderen Seite aus hineingefahren. Also nicht bei Dunloe sondern bei der Molls Gap –wenn man die Tour gegen den Uhrzeiger fährt ziemlich am Ende des Ring of Kerry. Von der Molls Gap kommt man über abenteuerliche Serpentinen und verschlungene Wege hinunter ins Tal wo die Gap of Molls ungefähr in der Mitte in die Gap of Dunloe übergeht. Das dauert zwar ewig, macht aber  riesen Spaß. Wir haben für 22km locker eineinhalb Stunden gebraucht. Gefühlt gings schneller, aber die Zeit sollte man schon einplanen. Und es lohnt sich auf jeden Fall. Zum Glück hatten wir auch hier so gut wie keinen Gegenverkehr. Das ist einfach das schöne an Irland, bei uns würde man auf solchen Strecken verrückt werden.

Gap of Dunloe Brücke

Sobald man sich in der Gap of Dunloe befindet wird das Tal ein bisschen breiter und es gibt weniger Bäume und Wälder als im anderen Teil der Schlucht. Und hier ist mehr los. Es gibt sogar ein Hotel und ein Hostel, in denen Wanderer und Radfahrer unterkommen können. –Wobei für mich nur wandern in Frage käme, da die Wege oft so steil ist, dass ich hier niemals mit dem Fahrrad fahren würde. Dafür braucht es schon eine solide Grundfitness und vor allem Motivation.

Gap of Dunloe

Zu den Wolken kam hier auch noch Wind dazu. Aber auch wenn ich aussehe wie ne Wetterhexe war die Laune ungetrübt :)

Wer weder das eine noch das andere möchte: es gibt hier auch von Pferden gezogene, zweirädrige Karren, sogenannte Jaunting Cars. Auf denen Jaunting Cars haben vier Personen Platz und man kann in aller Ruhe und auf eine traditionellere Weise als mit dem Mietwagen die Natur genießen. Eine Fahrt kostet um die 20€ pro Person. Die Karren mit dem Auto zu überholen ist nicht immer möglich, deshalb ist hier Eile eher fehl am Platz… Die Uhren ticken ja zum Glück langsam… ;)

Ring of Beara

Am Ende unserer Rundreise durch Irland sind wir zu einer Freundin von meinem Papa, Heidi, gefahren. Heidi kommt aus Süddeutschland und ist mit ihrem Mann von vielen Jahren nach Irland ausgewandert.

Ursprünglich hatte sie ein Bed and Breakfast, mittlerweile ist sie aber um die 80, offiziell in Rente und es gibt nur noch Zimmer für Familie, Freunde und alte Bekannte. Darum konnten wir bei ihr wohnen, direkt am Ring of Beara. Und schon die Strecke zu ihr war der Wahnsinn. Der Ring of Beara ist (noch) nicht so touristisch wie der Ring of Kerry und die Straßen sind noch schmaler (ähnlich der Gap of Dunloe).

Healy Pass

Blick vom Healy Pass auf den Glanmore Lake. Hier sieht man auch gut die „Straße“… Bei uns wäre das wohl eher ein Feldweg.

Wir sind einen Umweg über den Healy Pass (R574 zwischen Adrigole und Lauragh) gefahren. Die Passstraße windet sich vorbei an Hügeln, Felsen und vorbei am Glanmore Lake… wie im Bilderbuch…! Das auch hier Gegenverkehr eine Herausforderung darstellt liegt ja auf der Hand. Und hier war es dann auch für uns ein fröhliches Rangieren. Wenn man es nicht eilig hat, ist das ja eigentlich lustig und die Aussicht ist atemberaubend.

Dadurch, dass die Beara-Halbinsel ziemlich bergig ist hat man von den Passstraßen aus immer eine tolle Panoramasicht… Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Gegend am meisten dem entspricht, wie ich mir Irland vorgestellt hatte, dann ist es sicher die Beara Halbinsel – und die Gap of Dunloe.

Angeln Ring of Beara

Während unserer Angeltour… Ich gebe zu, mir war trotz aller Begeisterung kalt – wie man kaum sieht :D

Am Ring of Beara gab es für uns auch noch eine Premiere: Wir waren zum ersten Mal in unserem Leben angeln, und dann direkt im Atlantik: weder Timo noch ich haben einen einzigen Fisch gefangen :D Großzügig wie wir sind haben wir das gesamte Anfängerglück an Heidi und meinen Papa weitergegeben. Aber so hatten wir wenigstens genug Makrelen fürs Abendessen. –Und ich bin mir auch nicht sicher, wie ich auf so einen zappelnden Fisch an der Leine reagiert hätte. :D Lecker waren die aber und die Tage am Ring of Beara wirklich superschön und sehr idyllisch. In der Bucht kann man außer Angeln übrigens sogar Wale sehen.

Am Ende ging es für uns mit einem Umweg über Cork und Kilkenny wieder an den Flughafen in Dublin und zurück nach Hause…

Was wir leider verpasst haben, weil die Zeit gerade nur so verflogen ist, sind die Powerscourt Gardens. Den Bildern (und meinem Papa) nach eine riesige und vor allem wunderschön angelegte Park- und Gartenanlage um ein pompöses Herrenhaus aus den 18. Jahrhundert. Auf dem Gelände ist mit 121 Metern auch der höchste Wasserfall Irlands, der Powerscourt Waterfall. Die Gärten sind nur 30km von Dublin entfernt, allerdings liegt der Eintritt für Gärten und Wasserfall bei 16€ für einen Erwachsenen. Also nichts um nur mal kurz vorbeizuschneien und so hat uns die Zeit einfach nicht gereicht. Die Bilder von dort sehen aber wunderschön aus und bei der nächsten Irlandreise sind die Powerscourt Gardens fest eingeplant.