Während unserer Rundreise durch Irland haben wir nicht nur wunderbare Städte besucht, sondern –wie es sich für eine Reise auf die grüne Insel gehört- auch richtig viel Natur gesehen. Wir waren vor allem an der Westküste unterwegs, weil sich hier die meisten Sehenswürdigkeiten tummeln und deshalb sind unsere Must sees auch im Prinzip an der Westküste Irlands zu finden.

Man braucht IMMER länger als man denkt…

Bevor ich dazu komme, welche Flecken uns am allerbesten gefallen haben, eine kleine aber nicht unwichtige Info vorab: Man kommt in Irland nur sehr langsam voran und Eltern haben eben doch immer Recht. Mein Papi –der jedes Jahr mehrere Wochen in Irland verbringt- hat mir vor unserer Abreise gesagt, ich muss damit rechnen, dass wir deutlich länger brauchen um von A nach B zu kommen als wir denken.
Ganz typisch Tochter, dachte ich mir „Jaja, wir waren auch schon in anderen Ländern in denen man nicht mit 200 über die Autobahn brettern kann. Wir wissen das alles schon.“ Tja, was soll ich sagen? Pustekuchen! Bisher waren wir wirklich nirgendwo vergleichbares. Es gibt nur wenige Autobahnen oder Schnellstraßen. Und wenn man was vom Land sehen möchte, macht es nicht viel Sinn nur auf diesen Straßen zu fahren. Alle anderen Straßen sind aber im Prinzip eine Ansammlung aneinandergereihter Kurven. Noch dazu sind die Straßen schmal und links und rechts bis an den Fahrbahnrand (und teilweise auch darüber hinaus) mit Büschen bewachsen. Und hier ist Vorsicht angebracht. Hinter den Büschen lauert die obligatorische (Stein-) Mauer, die in Irland um jedes Grundstück errichtet werden muss. Die Außenspiegel sind also in ständiger Gefahr ;) Wenn man aber genug Zeit einplant und sich nicht zu lange Strecken vornimmt, macht es richtig Spaß durch die grünen Labyrinthe zu „düsen“.

Die Cliffs of Moher und Connemara sind die ersten beiden von fünf Highlights während unserer Rundreise:

Cliffs of Moher

Zuerst sind wir von Galway aus zu den Cliffs of Moher gefahren. Für die 80km haben wir so ca. 2 bis 2,5 Stunden gebraucht. Der Weg von Galway zu den Steilklippen im Clare County (Irland wird in 32 Countys bzw. Grafschaften, ähnlich wie unsere Bundesländer, eingeteilt) führt den „Wild Atlantic Way“ (mit 2.600km eine der längsten Küstenstraßen der Welt) entlang und bietet immer wieder einen spektakulären Blick über die felsige Küste aufs Meer. Angekommen bei den Cliffs of Moher wird man auf einen Parkplatz gelotst, auf dem auch direkt die 6€ Eintritt pro Person (für irische Verhältnisse ist das wirklich günstig) einkassiert werden. –Das Ticket muss auch nur von Autofahrern bezahlt werden. Von Radfahrern und Wanderern können die Cliffs of Moher gratis besucht werden. Über die Straße läuft man dann ca. 5 Minuten, vorbei an einem großen Besucherzentrum, direkt an die Küste zu den Cliffs. Dort gibt es ein Museum, das nochmal extra Eintritt kostet. Das haben wir aber nicht besucht…

Cliffs of Moher

Blick auf die Cliffs of Moher von der Treppe des Besucherzentrums

Cliffs of Moher mit Timo

Cliffs of Moher mit Timo ;)

Der Parkplatz ist ungefähr auf der Höhe des O’Briens Tower. Die Klippen ragen hier zwischen 120 und 214 Metern senkrecht aus dem Meer hinaus und sind wirklich imposant. Als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Irland sind die Cliffs of Moher immer sehr gut besucht und wir waren froh, dass wir relativ früh dort waren. So gegen 11.30Uhr ungefähr. Eine Stunde später kamen die Reisebusse ;) Auf den Klippen gibt es links und rechts Absperrungen über die man hinaussteigen darf, allerdings auf eigene Gefahr. Dann kann man außerhalb des Besucherzentrums entlang der Küste spazieren. Für die Aussicht und ein paar tolle Bilder lohnt es sich, allerdings Höhenangst sollte man vielleicht nicht haben. Oder wenigstens sollte man dann auf einem der Wege etwas weiter entfernt von den Klippen gehen.

Blick von hinter der Absperrung auf den O-Brien's Tower. -Der Turm ist das ganz kleine Ding oben auf der Klippe :))

Blick von hinter der Absperrung auf den O-Brien’s Tower. -Der Turm ist das ganz kleine Ding oben auf der Klippe :))

Auf dem Rückweg haben wir uns dann verfahren – ich hab mal wieder in der Gegend rumgeschaut anstatt vernünftig zu navigieren. Das war aber eigentlich ein glücklicher Zufall, der uns zu einer spontanen Tour durch das halbe Clare County verholfen hat. So sind wir nämlich kreuz und quer durch den Burren gefahren: Der Burren ist ein 250qm großes Karststeingebiet. Die Straßen schlängeln sich hier Hügel auf und ab zwischen Stein und Wiese hindurch. Teilweise waren wir uns gar nicht sicher, ob wir wirklich noch auf Straßen unterwegs sind… Überall zerfurchter Sand- und Kalkstein und immer wieder kann man einen Blick aufs Meer erhaschen. Wer also zu den Cliffs of Moher fährt, sollte unbedingt den Burren einplanen.

Connemara

Auch von Galway aus haben wir eine Tour nach Connemara gemacht. Die Landschaft ist im Prinzip zweigeteilt. Der südlichen Teil der Provinz ist flach und besteht vor allem aus Heide- und Moorlandschaften und mit unzähligen kleineren und größeren Seen. Im Norden von Connemara sind dagegen die Twelve Bens, eine kleine Gebirgskette aus mehreren ca. 700 Meter hohen Bergen. Da sind wir natürlich ganz andere Höhen gewohnt, aber in einem Land in dem der höchste Berg gerade mal 1041 Meter hat sind 700 schon eine Wucht ;)
Zwei Sehenswürdigkeiten, die uns neben der Landschaft an sich, in Connemara sehr, sehr gut gefallen haben sind das Ballynahinch Castle und die Kylemore Abbey. Kylemore Abbey war eigentlich ein altes Kloster, das irgendwann zu einer Mädchenschule umfunktioniert wurde. Seit 2010 ist diese allerdings auch geschlossen, da nicht mehr genug Schülerinnen angemeldet wurden. Das alte Kloster direkt ein einem See und mit liebevoll angelegten Gärten ist jetzt nur noch für Touristen offen. Ein Ticket kostet allerdings 13€. Generell wird in Irland für alles Mögliche gerne und viel Eintritt verlangt. Was erst dann verständlich wird, wenn man bedenkt, dass das einer der Wege aus der Wirtschaftskrise war. Für uns aber eben trotzdem ein Loch in der Reisekasse ;)

Ballynahinch Castle mit uns

Kylemore Abbey mit uns…

 

Kylemore Abbey

… und Kylemore Abbey ohne uns

Das Ballynahinch Castle ist ein zum Hotel/Restaurant umgebautes altes Schloss mit riesengroßer Parkanlage drum herum. Und ein Spaziergang im Schlosspark ist zum einen wunderschön und zum anderen ausnahmsweise kostenlos. Das Schlosshotel ist nur ein paar Kilometer entfernt von Clifden. Der Ort ist sozusagen die Hauptstadt von Connemara. Ein süßes Städtchen für eine Mittagspause, aber nichts was man unbedingt gesehen haben muss. Besser man hat die Zeit für die schöne Landschaft drum herum…

Schlosspark Ballynahinch Castle

Schlosspark Ballynahinch Castle

Von Connemara aus sind wir dann weiter in den Süden Irlands gefahren und was uns da besonders gut gefallen hat, findet ihr hier.