Hoi An ist eine kleine Küstenstadt in Zentralvietnam, auf halber Strecke zwischen Ho Chi Minh und Hanoi. Hoi An war früher der größte Hafen in ganz Südostasien und lag an der Seidenstraße, bis ins 13 Jhd. der wichtigste Handelsweg durch Asien.
Heute ist Hoi An eher bekannt für seine hübsche Altstadt mit den kleinen Häusern und für die vielen Schneider, die dir dein Kleid, deinen Anzug und eigentlich die ganze Welt schneidern wie sie dir gefällt… ;)

Nach Hoi An kommst du am besten mit dem Bus oder mit dem Flugzeug. Der nächste Flughafen ist in Danang, ca. 30km entfernt von Hoi An. Von da geht’s dann weiter mit dem Taxi, die Fahrt soll zwischen 12 und 15 Euro kosten. Ob das wirklich so stimmt können wir leider nicht sagen. Gedankenlos wie wir sind, haben wir uns nämlich vorab nicht darum gekümmert, dass jemand dem Taxifahrer unseres Vertrauens die Adresse auf Vietnamesisch mitteilt. Das Ergebnis waren 2 Stunden quer durch die Pampa und die Ankunft am 5*-Hotel am Strand. Tja, da haben wir mal Augen gemacht, so imposant sah unser Guesthouse gar nicht aus auf den Fotos im Internet… Das Problem war uns dann doch schnell klar, unser Taxifahrer hat unterwegs aus Sun Boat Hotel, einem kleinen Hotel am Thu Bon Fluss mal kurz Sunrise Resort am Meer gemacht… Aber nach weiteren 20Minuten suchen war dann auch unser Taxifahrer völlig mit den Nerven am Ende. :D

Von unserem Hotel aus konnten wir gut in 10 Minuten am Thu Bon entlang in die Altstadt laufen. Die Altstadt selbst, also das historische Zentrum von Hoi An, ist dann gar nicht so groß. Es gibt viele Marktstände mit Obst und Gemüse und allerlei Federvieh, also ganz typisch für Südostasien. Und in den schmalen Gassen sind überall die Schneider zu finden. Wir haben von hier natürlich auch das ein oder andere Teil mit nach Hause gebracht. Wir waren bei Kimmy Tailor – einer der bekanntesten Schneidereien in Hoi An. Und die Sachen passen wirklich wie angegossen. Man sollte aber schon mindestens 2 Tage in Hoi An bleiben, wenn man sich Kleider schneidern lassen möchte (je nach Wunsch sogar eher 3), denn die Schneiderinnen schon ein bisschen Zeit und wenn bei der ersten Anprobe nicht alles perfekt passt, muss ja auch nachgebessert werden.
Aber Hoi An ist auch ohne dass man auf die neuen Kleider wartet so schön, dass man sowieso nicht nach einem Tag wieder gehen möchte.

Das Wahrzeichen von Hoi An und damit auch die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Japanische Brücke Chùa Câu, eine kleine Brücke im historischen Zentrum über einen Seitenarm des Thu Bon. Die überdachte Holzbrücke verbindet die beiden historischen Stadtviertel Hoi Ans, auf der einen Seite das Chinesische und auf der anderen Seite das Japanische. Je nach Wetterlage und Glück braucht man etwas Geduld, wenn man über die Brücke gehen will. Außer mittags bei 40Grad oder wenn es regnet, dann geht’s ;)

Japanische Brücke von B. Vander Steen

Japanische Brücke von B. Vander Steen

Wer in der Altstadt von Hoi An oder in ihrer Nähe wohnt, hat einen ziemlich weiten Weg zum Strand (ca. 4-5km), deshalb kann man eigentlich überall Fahrräder leihen. An unserem zweiten Tag haben wir das auch direkt gemacht, die Gegend ist sehr flach und deshalb sah das Ganze Vorhaben ganz machbar aus. Das war bevor wir losgefahren sind. Irgendwo haben wir die falsche Abzweigung genommen und sind dann stundenlang zwischen Reisfeldern, Palmen und allerhand anderem Urwald herum geirrt. Zwischendurch haben wir andere Umherirrende auf Fahrrädern und Rollern gefunden, die uns nur sagen konnten, dass in die Richtung aus der sie kommen auch kein Strand zu finden ist. Es stehen zwar auch immer mal wieder kleine Häuser und Hütten am Straßenrand, aber wir haben niemanden gefunden der Englisch verstanden hätte. Und wir können leider auch kein Vietnamesisch… Nach guten 2 Stunden hatten wirs dann aber doch geschafft. Der Strand ist auch wirklich ganz wunderschön. Aber (…ich würde ja sagen, „optimistisch wie wir sind“, aber in dem Fall trifft es wohl eher) bescheuert, wie wir sind hatten wir keine Sonnencreme dabei. Trotzdem haben wir an uns runtergesehen –ich vermute wir hatten schon einen Sonnenstich – und festgestellt: „na, ein bisschen Bräune könnten wir schon vertragen“. Nach ner Stunde am Strand sind wir dann auf unseren Fahrrädern und diesmal auf dem richtigen Weg zurückgeradelt. Und schon unterwegs haben wir bemerkt, dass wohl irgendwas schief gelaufen sein muss. Im Hotel konnten wir es dann sehen: wir waren wirklich und wortwörtlich krebsrot – ÜBERALL. Vor allem ich. Die Konsequenz waren Schmerzen (zum Glück noch halbwegs erträglich), lange Klamotten für die nächsten Tage und die große Schande. Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so geschämt habe. So laufen doch sonst nur die Engländer rum!! Und die ganzen entsetzten oder mitfühlenden Blicke. Das war mir definitiv eine Lehre… Ab jetzt gehe ich immer hübsch ins Solarium, um meine Haut an die Sonne zu gewöhnen. :D Nein, natürlich kommt in Zukunft immer Wasser und Sonnenschutz ins Gepäck. Kann ich jedem empfehlen ;)
Und am Meer wars wirklich schön. Also wenn du nach Hoi An kommst, lass dich nicht von uns Chaosnudeln abschrecken. Wenn man richtig zuhört wohin man fahren soll, ist‘s auch gar nicht so schwer.

Restaurants in Hoi An?

Auf unseren Appetit hatte der Sonnenbrand aber zum Glück keinen Einfluss. Entlang des Thu Bon Fluss im Zentrum von Hoi An gibt es viele, viele kleine, mit Lichterketten und Lampions geschmückte Restaurants. Meist mit Terrassen im ersten Stock, von denen man einen tollen Blick über den Fluss und das ganze Gewusel drum herum hat. Uns hat es eigentlich überall wirklich richtig gut geschmeckt. Die vietnamesische Küche ist einfach lecker.
Und wenn man den Fluss so ca. auf der Höhe der Japanischen Brücke überquert gibt es auch noch einen Nightmarket. In dem kann man unter anderem auch diese Lampions, die überall an den Häusern und in den Bäumen hängen, kaufen. In allen Größen und Farben. Dass alle Größen nicht ins Gepäck passen hab ich eingesehen, mit den Farben wars schon anders. Timo musste deshalb seinen kleinen Rucksack komplett leerräumen und ab Hoi An sind wir mit 12 kleinen Lampions weitergereist.

Lampions Hoi An

 

Wo übernachten?

Das Sun Boat Hotel können wir dir sehr empfehlen. Es liegt zwar nicht ganz zentral, aber die 10 Minuten zu Fuß in das historische Zentrum sind gut zu schaffen. Und das Hotel ist sauber, von den Zimmern bis zum Pool. Die Betten sind bequem und außerdem ist es ruhig. Und sehr günstig.
Und grundsätzlich ist es schöner in der Nähe der Stadt zu übernachten. Am Strand ists natürlich auch toll, aber die Altstadt ist einfach etwas Besonderes und nachts ist dort sehr viel los.