Auf den ersten Blick war Dublin ganz anders als wir uns die Stadt vorgestellt hatten. Ich habe mir Dublin wie eine Art Miniatur von London vorgestellt. -Ich weiß, dass Irland nicht britisch ist, aber ein bisschen britischer hätte ich mir Dublin schon vorgestellt. Mit London hat aber Dublin tatsächlich nur sehr wenig gemeinsam. Keine Harry-Potter-Kulisse weit und breit und eben – sagt der Dubliner selbst – einfach nicht die „schönste Stadt der Welt“. Trotzdem hat Dublin viele schöne Ecken und Pubs, die uns wirklich gut gefallen. Vor allem gibt Dublin einem, gerade weil die Stadt nicht besonders groß ist und man sich schnell „auskennt“, ganz fix ein richtig heimeliges Gefühl :)

Die erste tolle Ecke war direkt unser airbnb. Wir waren ziemlich zentral und nur ein paar Schritte von Temple Bar, dem bekanntesten Stadtteil im Zentrum von Dublin entfernt. Da die Preise für ein Zimmer in Dublin sehr wohl mit London zu vergleichen sind, war das sogar ein echter Schnapp: für 80€ pro Nacht hatten wir ein sehr hübsches, buntes und sauberes Appartement mit direktem Zugang zu einem tollen, großen Innenhof mit grüner Wiese, Grillplätzen und vor allem mit viel Ruhe :) Ich bin ja ein großer Fan von ruhigen Zimmern…

Blick auf "die Temple Bar"

Blick auf „die Temple Bar“

Temple Bar – Dublins bekanntestes Stadtviertel

Und wir mussten nur einmal kurz über die Ha’penny Bridge den Liffey überqueren und waren in 2 Minuten mittendrin im Geschehen in Temple Bar. Temple Bar ist vor allem für die vielen Pubs mit Live-Musik bekannt. Der beliebteste Pub, nachdem das Stadtviertel auch benannt ist, ist DIE Temple Bar. Einen Platz an einem Tisch zu bekommen ist hier fast unmöglich. Macht aber nichts. Wie die meisten anderen Gäste, kann man sich einfach irgendwo mit einem Guinness in der Hand mittenrein stellen. (Für alle die kein Schwarzbier mögen: seit kurzem gibt’s von Guinness auch ein Lager, Hop House heißt es und ist gar nicht schlecht!) Da wir es hinbekommen haben ausgerechnet an einem Bank Holiday Wochenende in Dublin rumzuschwirren, war die Temple Bar aber so voll, dass wir keinen Nerv hatten uns zwischen Touris, Junggesellenabschiede und all die übrigen betrunkenen Iren zu quetschen. :D
In den Straßen drum herum gibt’s aber noch genug andere Pubs, die ihr Bier loswerden wollen.

An sich ist Temple Bar aber ziemlich klein und es macht Sinn für das Abendprogramm hier her zu kommen und das Sightseeing auf den Rest der Stadt zu verlegen. Richtig gut gefallen hat uns zum Beispiel noch das Trinity College. Eine sehr renommierte Universität in einem alten Klostergebäude. Auf dem Unigelände ist auch die Old Library, eine Bibliothek aus dem 18 Jhd. und eine echte Touristenattraktion.

Dublin Old Library
Da ich Bücher liebe haben wir die Tickets für 14€!! pro Person gekauft, um uns den 300 Jahre alten Raum mit meterhohen Regalen und die teilweise noch älteren Bücher anzusehen. Der größte Schatz der Bibliothek ist das Book of Kells, ein Buch aus den Jahren um 800 n. Ch., das die vier Evangelien in Wort und Bild enthält. Jeden Tag wird das Buch umgeblättert und man kann 2 neue Seiten sehen. Das Buch und die Old Library sind beide sehr beeindruckend, allerdings sind 14€ auch ein wirklich stolzer Preis.

Wer Bücher nicht so spannend findet, für den ist das Trinity College bei gutem Wetter aber auch einfach so einen Besuch wert. Man kann sich entspannt auf den perfekten englischen Rasen legen und den Tag und das Nichtstun so richtig genießen. Wie zu Studentenzeiten :)

Glockenturm des Trinity College

Glockenturm des Trinity College

Nach unserem Mittag am Trinity College sind wir ein paar Schritte weiter in die Bar „The Bank on College Green. Eine Bar in einem richtig pompösen Gebäude, in dem ursprünglich mal eine Bank ihren Hauptsitz hatte. Die Kulisse ist wirklich toll für eine Mittagspause :) Nur mit dem Essen hatte ich mal wieder kein Glück: Ich habe eine Seafood-Chowder, ein typisch irisches Gericht, bestellt. So wunderschön die Bar war, die Chowder war wirklich nichts für mich. Aber das Brot, das es dazu gab war zusammen mit der gesalzenen Butter ein Traum. Den Rest hat Timo dann gegessen. Da nehmen wir das Pärchen-Klischee richtig ernst… Timo muss essen, was mir nicht schmeckt und ich esse ihm dafür alles weg!

Die besten Fish’n’Chips in Dublin

Zum Ausgleich gab es abends dann auf Empfehlung von unserem Host Fish’n’Chips bei Beshoff Bros. Die waren wirklich richtig lecker. Man kann zwischen verschiedenen Fischsorten wählen und zahlt je nach dem zwischen 10 und 12€ für eine große Portion. Beshoff Bros ist ein Schnellrestaurant und vor allem bei den Dublinern sehr beliebt, also nichts für ein schickes Abendessen, aber genau das richtige für Backpacker. Viel und vor allem gutes Essen für wenig Geld. Das bekommt man auch bei Leo Burdocks. Das sind angeblich sogar die besten Fish’n’Chips der Stadt. Hier gibt’s Take Away Fisch in allen Varianten, zack in Papier eingewickelt in ne Tüte und fertig. Keine Pappschale, keine Plastikgabel kein nichts, also entweder wirklich für zu Hause oder eben unsere Variante. Leo Burdocks liegt ein bisschen außerhalb vom Zentrum in der Werburgh Street. Wir waren zu Fuß auf dem Weg zurück vom Guinness Storehouse und wollten den Insider-Tipp uuuunbedingt testen: Also raus aus dem Papier direkt in die Tüte und mit den Fingern essen. Beinahe wäre dabei alles auf der Straße gelandet und ein, zwei Mal haben wir uns auch die Finger am heißen Fisch verbrannt. :D Aber wir waren, genauso wie vom Fisch bei Beshoff Bros begeistert und können nicht mehr sagen, welcher Laden wirklich der Bessere war.

Tour im Guinness Storehouse…

Ein Besuch im Guinness Storehouse, ein Museum über die Herstellung von Guinness in einem alten Brauerei-Gebäude, ist eines der Highlights für alle Dublin-Reisenden. Zumindest behaupten das die Gelehrten. Also haben wir auch hier die 25€ pro Person für eine Tour durch die Brauerei bezahlt.

Dublin Guiness Storehouse

Überall im Guinness Storehouse gibt es überraschenderweise Guinnessfässer ;)

Tatsächlich ist das Storehouse unerer Meinung nach aber eher was für wirklich eingefleischte Guinnessfans… Man kann nicht wirklich sehen wie das Bier gebraut wird, sondern es werden überall nur Videos gezeigt und alte Maschinen ausgestellt. Ein Museum eben… Die ganze Tour ist interessant aufgemacht, aber doch ein bisschen zu teuer, für einfach mal zwischendurch ohne größere Guinness-Leidenschaft. An dem Gefühl hat auch das im Preis inbegriffene Pint Guinness nicht viel ändern können. Wobei in Irland die Eintrittspreise für Parks, Schlösser, Museen usw. insgesamt unglaublich hoch sind…!

Shoppen kann man in Dublin übrigens nicht besonders gut. Es gibt hier und da ein paar kleine Läden und auch 2 oder 3 große Kaufhäuser und auch einige der bekannten Namen sind dabei, aber die riesen Shoppingmeile haben wir nicht gefunden. Die Iren legen einfach nicht besonders viel Wert auf Mode und geben auch nicht viel Geld für Kleidung aus. –Primark hat in Dublin seinen Hauptsitz, das sagt ja schon mal Einiges. Hier wird Geld eben lieber in den Pub als zu Diesel oder Gucci getragen ;) !! Wer trotzdem nicht auf eine Shoppingtour verzichten will, kann aber mit dem Bus oder dem Mietwagen einen Ausflug zum 60km entfernten Kildare Village Outlet machen.

Alles in allem…

hat uns Dublin richtig gut gefallen und man kann bei einer Irlandreise gut 2,3 Tage für die Stadt einplanen. Aber nachdem wir von Dublin aus auf unsere Rundreise gestartet sind haben wir einige kleine und auch größere Städte besucht, die uns noch ein bisschen besser gefallen und auch dem Bild was wir vor unserer Reise von Irland hatten noch ein bisschen mehr entsprochen haben: Nämlich Altstadtstraßen, verwinkelte Gassen und ohne Ende Pubs. Klar, die gibt es in Dublin auch, sogar über 1000 davon, aber verstreut und Temple Bar ist im Vergleich zu den Altstädten anderer irischer Städte ein relativ kleines Zentrum.