Die Camping-Ausrüstung, die du mit auf deine Weltreise nimmst muss vor allem zwei Kriterien erfüllen: sie muss zum einen leicht und klein sein, sodass du sie möglichst bequem transportieren kannst und sie muss zum anderen gut sein. Da du dein Budget für die eigentliche Reise zusammenhalten möchtest, bist du vielleicht bereit Abstriche bei deiner Ausrüstung zu machen, über die du dich während deiner Weltreise immer wieder ärgern wirst. Und da du durch Camping in der Regel Geld für Übernachtungen sparst, lohnt sich sicher, einen Teil davon in die richtige Ausrüstung zu stecken.

Auf was du bei der Auswahl deiner Camping-Ausrüstung achten musst, stellen wir dir deshalb hier vor:

Zelt

Bei deinem Zelt kommt es vor allem auf folgende Kriterien an: Das Gewicht sollte möglichst gering sein, genauso wie das Packmaß. Das Zelt muss so gut vor Nässe schützen (von oben und von unten!), dass es auch mal ein paar Tagen Dauerregen mitmacht und es sollte auch ein paar Windböen standhalten. Zudem sollte dein Zelt leicht auf- und abzubauen sein. Da du beides regelmäßig tun wirst, sollte das Ganze nicht zu viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen. Und berücksichtige auch den Platz im Zelt und im Vorzelt, der sogenannten Apsis. Du brauchst Stauraum für deinen Rucksack und andere Camping-Utensilien und auch für deine Isomatte/Luftmatratze muss genug Platz vorhanden sein. Deshalb immer vor der Reise Probeaufstellen und auch Probeliegen, das gilt besonders wenn du eher zu den größeren Personen zählst.

Zelt für eine Person: Schon beim Ein-Mann-Zelten reicht die Preisspanne von unter 100€ bis an 1000€ heran. Ein super Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Tunnelzelt Svalbard 1 von Nordisk (150€ – 230€).  Dieses Zelt gibt es in zwei Ausführungen, einmal die PU-Variante für Camping in klimatechnisch gemäßigtere Regionen mit einer Wassersäule von 3000m beim Zeltdach und 8000m beim Boden. Die SI-Version ist auch für etwas härtere Bedingungen geeignet, hat am Boden sogar 10000m Wassersäule und das Außenzelt ist äußerst reißfest. Beide Zelte bieten im Innenraum ausreichend Platz – auch für größere Personen mit Gepäck. Die Apsis ist dafür etwas klein geraten. Sie bietet die zwar Platz für ein, zwei Paar Schuhe, das wars dann aber schon. Das Svalbard 1 wiegt unter 2kg und das Packmaß liegt bei 50 x 12cm bzw. 45 x 15cm und ist damit sehr handlich und gut zu verstauen und außerdem einfach aufzubauen. ACHTUNG: nicht jede Isomatte/Luftmatratze passt in jedes Zelt. Vorher zusammen ausprobieren!!

Zelt für 2 Personen: Das MSR Hubba Hubba NX ist speziell für Backpacker gedacht und deshalb für ein 2-Personen-Zelt mit 1,8kg extrem leicht. Auch das Packmaß von 46 x 15cm ist für Reisende optimal und nur verschwindend größer als bei einem 1-Personen-Zelt. Das Zelt ist einfach aufzubauen und bietet an den beiden Eingängen links und rechts in der Apsis genug Platz zum Verstauen von Gepäck. Da es sich bei diesem  Zelt um ein Kuppelzelt handelt, hat es den Nachteil dass das Innenzelt zuerst aufgebaut werden muss. Das bedeutet, dass das Innenzelt beim Aufbauen im Regen nass wird, was bei starkem Regen zum Problem wird. Der Innenraum ist nicht riesig, da die Wände aber relativ senkrecht sind bietet es trotzdem genug Platz. Bis zu 1,85cm kannst du in dem Zelt bequem liegen.

Thermo-Luftmatratze

Thermo-Luftmatratzen sind selbstaufblasend und kombinieren beim Camping den Liegekomfort einer normalen Luftmatratze mit der Isolierfähigkeit einer Isomatte. Für deine Thermo-Luftmatratze gilt: so leicht, aber auch so komfortabel wie möglich. Ohne gute Unterlage beim Schlafen bringen das beste Zelt und der beste Schlafsack auf Dauer nichts. Die Matratze sollte gut isoliert sein, um dich vor Kälte von unten schützen zu können. Außerdem musst du bequem liegen und auch genug Platz haben. Teste die Luftmatratze vor der Kauf in der Position, in der du auch tatsächlich schläfst, also auf dem Bauch, auf der Seite etc. Für 2 Minuten ist allerdings auch die Parkbank bequem genug. Am besten ist es, du kannst die Matratze zu Hause testen und etwas länger darauf liegen, zum Beispiel vor dem Fernseher oder zum Lesen.

Unser Favorit: Die Thermarest Prolite. Die selbstaufblasbare Thermo-Luftmatratze in Mumienform ist in 3 Größen erhältlich, ist leicht und hat einen R-Wert (Isolationswert) von 2,2, d.h. die Matratze hält dich bis zu einer Temperatur von ca. 0°C von unten warm. Und der Liegekomfort ist bei einer Höhe von nur 2,5cm ebenfalls hoch. Die Matratze startet bei ca. 85€ für die kleinste Größe. Das Ganze gibt’s auch in der Plus-Ausführung. Ebenfalls ein Leichtgewicht und in 3 Größen erhältlich. Für 10€ Aufpreis bekommst du eine Thermo-Luftmatratze die dich durch einen R-Wert von 3,4 auch noch bei einer Außentemperatur von bis zu -7°C bei deinen Camping-Touren vorm Frieren schützt.

Auch hier noch einmal: achte darauf, dass die Größe deiner Luftmatratze gut geeignet ist für den Innenraum deines Zeltes.

Schlafsack

Schlafsäcke gibt es in vielen Varianten. Kunstfaser oder Daunen, Decken-, Mumien- oder Eiform, in verschiedenen Größen und für die unterschiedlichsten Temperaturen. Überlege in welchen Klimazonen du dich bewegst und wo Camping für dich in Frage kommt, entsprechend solltest du den Temperaturbereich deines Schlafsacks wählen. Du musst dich vor allem wohl fühlen. Wie bei Zelt und Luftmatratze auch, solltest du auf Gewicht und Packmaß achten.

Daunenschlafsäcke bieten gegenüber Kunstfaser den Vorteil eines geringeren Gewichts und Packmaßes und sorgen außerdem für ein besseres Schlafklima. Die Daunen können aber bei hoher Luftfeuchtigkeit klumpen. Kunstfaserschlafsäcke dagegen nehmen nicht viel Feuchtigkeit auf, sind deshalb gut für Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit geeignet und sie sind deutlich günstiger. Außerdem ist ein Daunenschlafsack nicht dafür gedacht dauerhaft stark komprimiert gepackt zu werden, was bei den meisten zwangsläufig passieren wird. Auch einem Kunstfaserschlafsack wird darunter leiden, aber nicht so stark.

Ein Deckenschlafsack kann dank zweiter seitlich umlaufender Reißverschlüsse zur Decke umfunktioniert werden, bietet viel Platz und Bewegungsfreiheit. Dadurch geht allerdings auch Wärme verloren, deshalb ist diese Schlafsackform eher für sommerliche Temperaturen geeignet. Im Gegensatz dazu ist der Mumienschlafsack die richtige Wahl bei kühlen Temperaturen. Der Schnitt ist an deine Kontur angepasst, wodurch nur wenig unausgefüllter Raum im Schlafsack entsteht. Die Wärme kann so perfekt gespeichert werden. Der Mumienschlafsack kombiniert hohe Isolierleistung, geringes Packmaß und kleines Gewicht. Die Eiform ist eine Kombination aus Mumien- und Deckenschlafsack. Du hast genug Bewegungsfreiheit und die Wärme kann gut gespeichert werden.
Wichtig: Lüfte deinen Schlafsack vor dem Einpacken immer gut, sonst bleibt Feuchtigkeit zurück und du hast nicht lange Freude daran.

Unser Favorit: Der Mountain Hardware Lamina 35. Der Mumienschlafsack mit Kunstfaserfüllung ist geeignet für Temperaturen bis 5°C. In der Normalen Größe (183cm) wiegt er verpackt 1070g und lässt sich auf 28x15cm komprimieren. Der Schlafsack ist koppelbar, d.h. zwei Schlafsäcke dieses Modells (einmal Ausführung mit Reißverschluss links, einmal rechts) lassen sich zu einem großen Schlafsack miteinander verbinden -toll für Camping zu zweit. Das Modell gibt es auch noch in Ausführungen für deutlich kühlere Außentemperaturen (Lamina 20 mit einer Komforttemperatur von -2°C und Lamina 0  mit einer Komforttemperatur von -12°C).

Inlett

Ein Inlett kannst du zusätzlich zum Schutz deines Schlafsacks oder auch für ein bisschen zusätzliche Wärme nutzen. Und für Nächte in besonders warmen Gegenden, lässt du den Schlafsack einfach weg und nutzt es als dünne Decke. Wir empfehlen ein Inlett aus Seide, da das Material besonders leicht ist und zusätzlich eine kühlende Wirkung hat. Ein weiterer Vorteil, den das Inlett bietet: du kannst es nicht nur beim Camping sondern auch in Hostel- oder Hotelzimmern nutzen, falls dich mal die Sauberkeit der Bettwäsche dort nicht 100%ig überzeugt.

Unser Favorit: Wir empfehlen dir die Seideninletts von Cocoon. Die Qualität und Verarbeitung ist super und es schläft sich sehr angenehm darin. Tipp vor dem Kauf: In Weiß wird das Inlett schneller schmutzig, allerdings kann es bei kräftigen Farben sein, dass das Inlett beim Waschen ausblutet.

Reisekissen

Beim Kopfkissen kommt es wirklich ganz auf dich an. Gut ist, wenn du dasselbe Kopfkissen für die Übernachtung im Zelt und das Schlafen in Bus, Zug und Flugzeug nutzen kannst. Die aufblasbare Variante ist praktisch, da sie besonders klein verpackbar und leicht ist. Hier findest du eine große Auswahl an Kissen verschiedener Formen und Preisklassen.

Camping-Kocher

Gaskocher sind zwar sauber und einfach in der Handhabung, allerdings gibt es viele verschiedene Kartuschensysteme und die Gaskartuschen dürfen auf Flugreisen nicht mitgeführt werden. Auch die Leistung des Gaskochers nimmt bei Kälte oder in größeren Höhen ab, da das Gas schlechter aus der Kartusche entweicht. Benzinkocher dagegen besitzen unabhängig von Temperatur- und Druckverhältnissen einen großen Heizwert, dafür sind sie komplizierter in der Handhabung  und müssen vorgeheizt werden. Ruß und Benzingeruch lassen sich meist nicht vermeiden. Für Weltreisende besonders geeignet ist deshalb der Mehrstoffkocher. Je nach Situation kannst du hier mit oder Benzin, Diesel, Kerosin oder Petroleum und teilweise auch mit Gas kochen.

Unser Favorit:  der Camping-Kocher Primus Omni Fuel  oder, wer gerne die aktuelle Ausführung möchte, der Primus Omni Fuel ii. Nicht das günstigste Modell, dafür kannst du zwischen allen genannten Brennstoffen wählen, der Kocher ist leistungsstark, robust, leicht und kompakt.

Camping-Geschirr und Kochtopf

Der Durchmesser deines Topfes sollte zu der Größe deines Kochers passen, da sich die Hitze bei einem zu großen Topf nicht gleichmäßig verteilen kann, bei einem zu Kleinen dagegen geht viel Energie verloren. Ein Deckel verringert die Kochzeit zusätzlich.

Dein Camping-Geschirr sollte kompakt, leicht zu reinigen und leicht sein. Zum Beispiel im Online-Shop von Globetrotter findest du eine große Auswahl an Töpfen, Geschirr, Besteck und allerleih sonstigem Zubehör.

Taschenmesser

Beim Taschenmesser greifen wir auf Altbewährtes zurück: das Schweizer Taschenmesser. Qualitativ hochwertig, kompakt und in vielen Varianten erhältlich. Die wichtigsten Funktionen, die dein Taschenmesser unserer Meinung nach haben sollte sind:

  • große Klinge
  • kleine Klinge
  • Korkenzieher
  • Dosenöffner
  • Schere
  • Säge
  • Schraubendreher

Für die leidenschaftlichen Angler unter uns gibt es auch Ausführungen mit Fisch-Entschupper und Angelhakenlöser.

Unser Favorit: Eine wie wir finden besonders schicke Form des Schweizer Taschenmessers ist das Victorinox Evowood 17 mit Holzgriff. Es verfügt über alle genannten Funktionen, allerdings auch nicht über viel mehr. Für uns reicht es allerdings völlig aus. Wenn du die klassische Variante mit rotem Kunststoffgriff bevorzugst, ist vielleicht das Victorinox Huntsman das Taschenmesser deiner Wahl. Es verfügt über einige zusätzliche Funktionen und kostet ca. die Hälfte (um 30€) der Holzgriff-Variante Evo Wood.

Und nicht vergessen: das Messer bei Flügen nicht im Handgepäck aufbewahren, sonst wird es dir am Flughafen abgenommen.

Taschen- und Stirnlampe

Deine Lampe sollte möglichst helles Licht geben, leicht und klein sein und wenig Energie verbrauchen, damit du nicht ständig Batterien wechseln musst. Wenn die Lampe zusätzlich noch wasserdicht ist, umso besser. Am besten geeignet sind LED Lampen. Lampen, die mit Lithium Batterien betrieben werden sind leistungsfähiger und die Batterien selbst halten bis zu 7x solange wie Alkali-Batterien und sind zudem leichter. Stirnlampen eignen sich beim Camping besonders zum nächtlichen lesen oder auch kochen, wenn du beide Hände frei haben musst. Und gerade bei Stirnlampen empfiehlt sich die Funktion zum Dimmen der Helligkeit, damit du lesen kannst, aber auch auf etwas weitere Entfernung noch genug siehst. Eine kleine Taschenlampe zusätzlich sollte auch mit in dein Gepäck.

Unser Favoriten: Die Black Diamond Cosmo Headlamp ist handlich und leicht. Durch den schwenkbaren Kopf und verschiedene Helligkeitsstufen ist sie vielseitig einsetzbar.

Bei Taschenlampen können wir Nitecore empfehlen. Die Lampen sind leicht, haben in der Regel verschiedene Leuchtstufen und machen ordentlich hell.

Wir gehen nicht von Extrembedingungen aus, sondern suchen eher einen Kompromiss für verschiedene Wetterbedingungen, da du auf einer Weltreise durch die unterschiedlichsten Länder kommen wirst. Wenn du nur in einer bestimmten Klimazone reist, solltest du deine Ausrüstung natürlich den Verhältnissen anpassen. :)