Marrakesch ist auch eines unserer absoluten Traumziele. Komisch eigentlich, dass wir noch nicht dort waren. Die Stadt ist weder ein besonders weit entferntes noch ein teures Reiseziel, irgendwie haben wir die Reise nach Marokko trotzdem immer wieder verschoben. Während unserer Weltreise passiert das sicher nicht und Marrakesch steht dick und fett auf unserer Bucket List.

Marrakesch ist der Inbegriff von 1001 Nacht vermischt mit modernem Urlaubsluxus und… tatsächlich auch mit Skiurlaub. Klingt komplett verrückt, und wenn ihr mich fragt ist es das auch! Man kann nämlich von Marrakesch aus bis zum 70km entfernten Atlasgebirge mit seinen verschneiten Berggipfeln sehen. Und dort wiederum kann man im Januar und im Februar Skifahren. Das Skigebiet schafft es auf sage und schreibe 20 Pistenkilometer und 7 Skilifte. Allerdings hat es der Wintersport trotzdem nicht auf unsere Top To Do Liste für Nordafrika geschafft. Dafür gibt es zu viele andere wunderbare Dinge, die man in Marrakesch sehen und erleben kann.

Die fünf besten Gründe für Marrakesch

Hier sind deshalb die fünf besten Gründe warum Marrakesch nicht nur auf unserer Reiseroute liegen muss, sondern unbedingt auch auf eurer:

1. Orientalisches Wirrwarr auf den Souks
Souks sind marokkanische Märkte und die größten Souks findet man in Marrakesch. Auf diesen Märkten wird man überflutet von den vielen Eindrücken, die alle gleichzeitig auf einen einprasseln. In den Gassen der Altstadt –oder Medina wie es auf Arabisch heißt- kann man alle möglichen Produkte finden: Schuhe, Taschen und Gürtel aus Leder, Gewürze, Oliven, Schmuck, Spiegel, Kleidung, Teppiche… einfach alles. Im Färber-Souk hängen die frisch gefärbten Stoffe an Stangen zum Trocknen und es gibt buntes Geschirr, orientalische Lampen und andere Souveniers zwischen denen man wunderbar verloren gehen und seine Zeit verschwenden kann :) Beim ersten Besuch ist es evtl. eine gute Idee sich auf die Hauptstraßen zu beschränken, damit man sich nicht direkt komplett verläuft.

Marrakesh Souk 2

Blick entlang einer der Hauptstraßen der Souks

Marrakesh Souk

Gewürzberge :)

Marrakesh Souk 3

Ein Marktstand mit Tajines: Ein traditionelles marokkanisches Gefäß aus Lehm in dem Fleisch- und Gemüsegerichte gegart und serviert werden.

Die Souks kann man übrigens nicht nur auf eigene Faust erkunden, sondern auch –wenn das Getümmel zu undurchsichtig ist- mit einer geführten Tour. Meist nimmt man sich einen Guide, den man für sich hat und der einem besondere Ecken und Stände der Souks zeigt.

2. Ein Abend auf dem Platz der Gaukler
Der Platz der Gaukler oder Djemaa el Fna ist ein riesengroßer Marktplatz im Zentrum von Marrakesch und ist bei Einheimischen genauso beliebt wie bei den Touristen. Wörtlich übersetzt heißt Djamaa el Fna eigentlich „Versammlung der Toten“, weil die Sultane im 12. Jhd. hier die aufgespießten Köpfe von Hingerichteten zur Schau gestellt haben.

Der Platz der Gaukler: Djemaa el Fna

Der Platz der Gaukler: Djemaa el Fna (Bild: Boris Macek)

Heute tummeln sich auf dem Djamaa el Fna aber nur noch Gaukler, Wahrsagerinnen, Schlangenbeschwörer und andere Straßenkünstler. Dazwischen gibt es viele Stände mit marokkanischen Spezialitäten an denen man sich richtig den Bauch vollschlagen kann. Unter anderem auch mit traditionellen Gerichten wie Schneckensuppe oder Schafshirn. Für so etwas wäre ich aber nicht mutig genug, bei Timo stehen da die Chancen schon besser. :D

3. Übernachten in einem Riad
Riads sind alte marokkanische Häuser und als solche auch fast nur in der Altstadt von Marrakesch zu finden :) Die Häuser sind von der Straße aus betrachtet oft meist ziemlich unscheinbar und verstecken ihre ganze Pracht hinter dicken Steinmauern. Ein traditioneller marokkanischer Riad ist ein zwei- bis dreistöckiges Gebäude mit einem Innenhof in der Mitte. Dieser Innenhof ist auch das „Glanzstück“ des Riads mit vielen Pflanzen, gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem aufwendigen Springbrunnen in der Mitte. In Marrakesch gibt es viele dieser Riads, die restauriert und zu Gasthäusern umgebaut wurden in dem oft auch aus dem Springbrunnen im Innenhof ein ganzer Swimmingpool geworden ist. Wer die Gelegenheit hat, sollte unbedingt in einem solchen Riad übernachten. Bei Booking.com kann man ganz einfach nach günstigen und sehr gut bewerteten Riads direkt in der Medina suchen (Filter: Medina, Riads, Bewertung besser 9). Die Preise für ein Zimmer beginnen schon ab 100€ pro Woche und pro Person.

4. Spazieren durch den Jardin Majorelle
Der Jardin Majorelle ist der botanische Garten von Marrakesch und unterscheidet sich komplett von allen botanischen Gärten, die wir sonst bisher gesehen haben. Der Garten wurde in den 1920er Jahren angelegt und dann mehr oder weniger vergessen bis er im Auftrag von Modeguru Yves Saint Laurent in den 80ern restauriert wurde.

Jardin Majorelle - der botanische Garten von Marrakesch

Im Jardin Majorelle steht auch das blau gestrichene ehemalige Wohnhaus von Jaques Majorelle, einem französischen Maler, der den Garten ursprünglich angelegt hat.

Im dem Garten kann man zwischen Kakteen, Palmen, Wunderblumengewächsen (wie schön, dass es sowas wirklich gibt!!), bemalten Pflanztöpfen und Froschteichen spazieren und sich eine kleine Auszeit von dem Gewirr und den vielen Eindrücken der Stadt zu gönnen. Im Jardin Majorelle liegt außerdem das Kunstmuseum von Marrakesch. Der Eintritt in den Garten kostet umgerechnet zwischen 6 und 7 Euro und für das Museum kommen nochmal 3 Euro oben drauf.

5. Einen Ausflug zum Safran-Paradies in Ourika machen
Ungefähr 30 Kilometer außerhalb von Marrakesch ist die Safranerie von Ourika. Safran ist das teuerste Gewürz der Welt und wird aus einer bestimmten lilablühenden Krokusart gewonnen. Um die ganze Farm ist deshalb vor der Erntezeit ein lila Meer aus tausenden von Krokussen. Und auch der Rest der Farm ist sehr hübsch angelegt. Diese Blüten müssen übrigens von Hand geerntet und dann die Safranfäden einzeln herausgezogen werden – kein Wunder ist Safran so teuer. Aber wie das alles genau funktioniert bekommt man im Detail von Christine Ferrari –der Chefin der Safranfarm- erklärt. Zwischendurch kann man außerdem auch leckeres Essen bekommen – natürlich mit Safran. Und man kann Safran, Safranöle und andere leckere Souveniers kaufen. Der Eintritt ins Safran-Paradies kostet günstige 2€ oder ein Taschenbuch – wie auf der Homepage der Farm zu lesen ist ;)

Safranblüte

Safranblüte

Kein Meer, aber dafür viiiiel mehr;)

Das Einzige was Marrakesch vielleicht auf den ersten Blick fehlt, ist die Nähe zum Meer. Viele andere große Städte in Marokko, wie Agadir oder die Hauptstadt Rabat liegen ja direkt am atlantischen Ozean. Marrakesch ist da mehr wie eine Oase mitten in der Sandwüste. Aber das macht die wuselige ja Stadt durch so Vieles wieder locker wett :) Und wir freuen uns schon sehr auf unsere Zeit in Marokko!