Wisata Alam Kalibiru? Was ist das überhaupt??? Vor dem Start unserer Reise hatte ich davon auch noch keine Ahnung. Auf Instagram habe ich ein Bild von einer Frau gesehen, die auf einer Holzplattform an einer riesen Kiefer sitzt und über eine wunderschöne grüne Landschaft und einen großen See schaut.
Mein erster Gedanke war: Da will ich hin! Aber wo ist das? Und wieso verlinkt eigentlich niemand den Ort bei Insta-Bildern wenn man ihn mal braucht?? Fragen über Fragen. Nach ein wenig Recherche wusste ich dann aber: Wisata Alam Kalibiru. Eine Aussichtsplattform im Kalibiru Nationalpark in der Nähe von Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java. Aha. Das sollte doch machbar sein.

Die Fotos von Kalibiru haben uns tatsächlich auch so gut gefallen, dass wir den Nationalpark direkt auf unsere Bucketlist gesetzt haben. Und mittlerweile waren wir auch dort :)

Wie kommt man zum Kalibiru Nationalpark?

Auf den ersten Blick war das gar nicht so leicht, denn Kalibiru ist groß und auf Google Maps oder anderen Karten war die Aussichtsplattform nicht eingezeichnet (mittlerweile ist das anders und wer „Kalibiru Wisata Alam“ in Google Maps sucht, bekommt den genauen Ort angezeigt). Da sich auf den Karten aber auch damals schon einige Restaurants und ein Reisebüro an einer Stelle getummelt haben, lag es nahe, dass auch der Aussichtspunkt dort in der Nähe sein muss. Was sich glücklicherweise als richtige Annahme herausgestellt hat.

Kalibiru NP 2

Blick auf den Kalibiru Nationalpark

Der Kalibiru Nationalpark liegt ca. 40km außerhalb von Yogyakarta und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es -soweit wir wissen- nicht möglich dort hinzukommen. Ein Taxi für einen halben Tag hätte 450.000 IDR (ca. 30€) kosten sollen mit Uber hat eine einfache Fahrt 150.000 IDR gekostet, also die bessere Option. – ABER: Nicht mit jeder indonesischer SIM Karte hat man im Kalibiru Empfang, was für die Uber-Variante ein Problem war. Die Fahrt lies sich nämlich nicht abschließen und wurde so durch die lange Dauer immer teurer. -Uber war da aber super-kulant und nach kurzer Nachricht mit Erklärung wurde der Fahrpreis angepasst.

Zum Glück also keine große Sache und ich würde trotzdem empfehlen, wenn ihr kein günstigeres „normales“ Taxi findet, mit Uber zu fahren. Am besten vereinbart ihr dann auch direkt einen Preis für die Rückfahrt. Der Fahrer wird liebend gerne bei Kalibiru auf euch warten, weil er sonst 1,5Stunden „leer“ zurückfahren muss, viele nicht-indonesische Besucher ohne eigenes Auto gibts dort nämlich nicht. :)
Insgesamt hat die Fahrt was um die 20€ gekostet. Das geht sicher mit Geduld beim Verhandeln noch ein bisschen günstiger, aber immerhin 10€ weniger als die Angebote der Taxistände.

Auch in Kalibiru gibts schon den Touri-Scam

Ein paar Kilometer vor Wisata Alam Kalibiru passiert ihr übrigens einen Posten, an dem offiziell aussehende Männer stehen und erzählen, dass man für Unsummen (ich meine es waren 400.000 IDR) einen Jeep nehmen muss, da die Fahrt mit dem Taxi nicht möglich ist oder verboten oder keine Ahnung… Die Ansagen waren bis auf den Preis ziemlich wage. Was wohl daran liegt, dass sie quatsch sind. Eine typische Touristenfalle. Der Weg ab dem Posten wird zwar tatsächlich sehr schmal und steil, aber ist auch mit dem Taxi noch machbar – und das ist auch völlig legal!

Die Kalibiru Aussichtsplattform

Am Parkplatz angekommen geht es um zur Aussichtsplattform zu gelangen einen steilen Berg zu Fuß hinauf und oben angekommen wird der Eintritt fällig. Pro Person sind das um die 0,5€, also für jeden erschwinglich.
Die Aussichtsplattform ist dann tatsächlich nicht nur eine sondern mehrere PlattformEN ;) Alle mit einer etwas anderen Perspektive auf den Kalibiru-See. Um auf diese Plattformen hochzuklettern muss man wenig überraschend nochmal extra zahlen. Zwischen 10.000 und 15.000 IDR (0,7-1,0€) pro Plattform. Einmal die Leiter hochgeklettert ist man dann aber tatsächlich für sich und bekommt ca. 5Minuten Zeit um die Aussicht in Ruhe genießen. Ziemlicher Luxus im Vergleich zu vielen anderen Fotospots.

Da ich so eine komische Form von Höhenangst habe, war ich mir gar nicht so sicher wie da oben auf den Plattformen so klar komme – also eigentlich sind mir Höhen schnuppe, aber sobald tatsächlich die Möglichkeit besteht ich könnte abstürzen, weil es z.B. kein Geländer gibt fange ich an zu schwanken. Glaube ich wenigstens. Sicherungsseil hin oder her.
Komischerweise war das bei Kalibiru aber kein Problem. Man ist hier auch nur an einem Seil gesichert und obwohl es echt weit nach unten geht (und ein Absturz trotz Sicherung wahrscheinlich ziemlich schmerzhaft wäre mit all den Bäumen) konnte ich mich sogar an die Kante der Plattform setzen. Yay :)

Das perfekte Kalibiru-Foto

…macht man, um es vorwegzunehmen, am besten selbst. Es wird die Möglichkeit geboten, ein „professionelles Fotoshooting“ für umgerechnet ca. 3€ pro Plattform und inklusive 5 Bildern zu machen. Eine ganz gescheite Einrichtung für alle, die alleine reisen. Allen anderen würde ich das aber nicht empfehlen. Der Fotograf, irgendein Park-Angesteller, macht die Bilder und gibt keine Ruhe bevor man nicht alle gängigen und -sorry- für mein Verständnis albernen asiatischen Fotopositionen einmal durchgeturnt hat. Da am Ende ein paar akzeptable auszusuchen war ne Herausforderung.

Kalibiru NP 1

Es gibt auch eine große Plattform, die z.B. auch für Gruppenbilder genutzt werden kann…

Sonst könnt ihr die Bilder auch wirklich wunderbar selbst machen, Zeit genug hat man in jedem Fall. Und der beste Spot ist tatsächlich gleich der erste. Er liegt am höchsten und bietet die beste Perspektive. Wer alleine reist und auch nichts mit Bein nach oben, Peace usw. anfangen kann, kann auch andere Besucher bitten, Fotos zu machen. Viele westliche Touristen sind in Kalibiru wie gesagt nicht, aber die Indonesier sind im allgemeinen ja superlieb und sehr hilfsbereit.
-Mit blonden Haaren wird man auf Java übrigens auch gerne selbst zum Fotomotiv, anders als auf Bali ist man damit auf Java noch ne echte Attraktion.

Der richtige Zeitpunkt

Im Internet haben wir über lange Schlangen an den Plattformen gelesen und am besten solle man wohl abends oder morgens gehen um die Touristenmassen zu vermeiden… Also vielleicht war es einfach nur Glück, aber auch mitten am Tag während der indonesischen Urlaubszeit war in Kalibiru nichts von den Touristenmassen zu sehen. -An der ersten Plattform musste man etwas länger warten (ca. 15min), das wars auch schon. Am wichtigsten ist eigentlich tatsächlich das Wetter, damit man auch die perfekte Aussicht auf den Nationalpark hat. In meinem Fall war alles ein bisschen diesig und die Sicht deshalb nicht perfekt. Deshalb würde ich weniger auf Tageszeiten und Wochentage als auf den klaren Himmel achten :)