Wenn du vor hast deinen Job zu kündigen bevor du auf Weltreise gehst, weil du nicht von unterwegs arbeiten kannst, dir dein Arbeitnehmer kein Sabbatical genehmigt, oder einfach weil du sowieso was Neues machen wolltest, sollte auf deiner Weltreise To-Do-Liste auf jeden Fall stehen, dir deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern. Während der Weltreise Arbeitslosengeld zu beziehen geht natürlich nicht, aber nach deiner Rückkehr ist es möglich. Wie erklären wir dir hier:

Wann hast du einen Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Grundsätzlich steht dir Arbeitslosengeld zu, wenn du die folgenden drei Punkte erfüllst:

  • Du musst arbeitslos sein (wer hätte es gedacht ;) )
  • Du musst die Anwartschaftszeit erfüllt haben (die hast du erfüllt, wenn du in den 24Monaten vor deiner Arbeitslosigkeit min. 12 Monate in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden hast)
  • Und du musst dich PERSÖNLICH arbeitslos gemeldet haben.

Deinen Antrag für Arbeitslosengeld und alles was zu zum Arbeitslosengeld grundsätzlich wissen musst, findest du übrigens hier.

Dir steht dann Arbeitslosengeld über einen Zeitraum von 12 Monaten zu. Falls du keinen wichtigen Grund hast, deine Arbeitsstelle zu kündigen bzw. falls du deinen Chef nicht überzeugen kannst, dass er dich loswerden möchte, wird dir wegen „Fahrlässigkeit“ eine Sperrfrist von 3 Monaten aufgebrummt. D.h. du bekommst die ersten drei Monate kein Geld und die Auszahlungsdauer verringert sich entsprechend auf 9 Monate.

Neben den drei genannten Punkten gibt es allerdings noch eine weiteren Voraussetzung für die Auszahlung des Arbeitslosengeldes: du musst dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen! Das tust du, wenn du durch die Welt reist, selbstverständlich nicht und du musst dich deshalb vor Abreise wieder bei der Arbeitsagentur abmelden. Wichtig ist, dass die Abmeldung erst nach dem Beginn der Arbeitslosigkeit erfolgen darf und ist es auch nur einen Tag danach. Du musst also dem Arbeitsmarkt mindestens einen Tag lang tatsächlich zur Verfügung stehen. Nachdem du dich abgemeldet hast, bekommst du logischerweise kein Arbeitslosengeld mehr.
ACHTUNG: du kannst davon ausgehen, dass die Arbeitsagentur schnell merken wird, wenn du das Geld trotz Abwesenheit beziehst, da du regelmäßig persönlich vorsprechen musst.

Es lohnt sich aber trotzdem den Antrag zu stellen. Wurde dir das Arbeitslosengeld nämlich einmal bewilligt, hast du ganze vier Jahre einen Anspruch auf den bewilligten Betrag. Deine Ansprüche ruhen also während deiner Weltreise, verfallen aber erst mal nicht. Solltest du auch diese Frist überschreiten, ist wohl davon auszugehen, dass du sowieso nicht auf ALG angewiesen bist ;) Praktisch an der Sache ist auch, dass die drei Monate Sperrfrist ablaufen, während du unterwegs bist. Ganz unabhängig davon, ob du zu der Zeit arbeitslos gemeldet bist oder nicht. Du kannst also sofort nach deiner Rückkehr und der Anmeldung beim Amt Arbeitslosengeld beziehen.

Hier noch ein kurzes Beispiel:

Regina Regenbogen kündigt am 31.06.2016 ihren Job zum 30.09.2016. Meldet sich sofort arbeitssuchend und bekommt den Bewilligungsschein für Arbeitslosengeld. Die drei Monate Sperrfrist bekommt sie ebenfalls aufgebrummt. Das macht aber nichts, denn am 03.10.2016 meldet sie sich bei der Arbeitsagentur ab und geht für 2 Jahre auf Weltreise. Sie kommt am 30.09.2018 zurück, meldet sich beim Amt und bekommt ab Oktober ihr Arbeitslosengeld in Höhe des in 2016 bewilligten Betrages auf ihr Konto überwiesen, da die Sperrfrist bereits zum 31.12.2016 abgelaufen ist.
TIPP: das Geld wird monatlich nachträglich ausgezahlt, d.h. die erste Zahlung erfolgt in Reginas Fall zum 01.11.2018. Für den ersten Monat zu Hause solltest du auf jeden Fall noch ein finanzielles Polster haben. Und wieviel dich deine Weltreise überhaupt kostet, kannst du hier nachlesen.

Auf der Seite der Arbeitsagentur kannst du auch direkt die Höhe deines Anspruches selbst berechnen.

Unterlagen, die du für die Beantragung bei der Arbeitsagentur benötigst:

  • Dein Personalausweis
  • Kündigungsschreiben
  • Nachweis über dein Gehalt der letzten 24 Monate; Arbeitsbescheinigung
  • Ggf. Nachweis über wichtigen Grund zur Eigen-Kündigung
  • Ggf. Bescheinigung über Bezug von Krankengeld
  • Ggf. Nachweise über früheren Leistungsbezug (Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld etc.)