Der Artikel über die neuen Vorschriften bei der ESTA-Beantragung ist in Zusammenarbeit mit Diana Scheid von einreiseusa.org entstanden. Diana betreut die Seite zusammen mit anderen Kommilitonen im Rahmen eines Uniprojektes. Auf einreiseusa.org findet ihr alles was ihr über Zollvorschriften, Impfungen oder Einreisebestimmungen in die USA wissen müsst – egal ob es euch für ein Auslandssemester, einen Job oder einfach nur für einen Urlaub in die USA zieht.

Social Media Daten im Esta? Wofür benötigen die USA die Social Media Accounts?

Es gab einen Aufschrei bei Reisenden, Datenschützern und Geschäftsleuten, die regelmäßig in die Vereinigten Staaten von Amerika reisen. Vor kurzem wurden die Pläne konkretisiert, dass zukünftig die Social Media Daten beim Beantragen des Esta angegeben werden müssen. Doch bereits jetzt werden sehr viele persönliche Daten abgefragt. Wozu also nun ein weiterer Punkt, der einen großen Einschnitt in die Privatsphäre des Reisenden hat?

Esta für die spontane und zeitsparende Einreise

Das Esta ist perfekt für einen spontanen Urlaub oder einen kurzen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika. In der Regel dauert eine Beantragung nicht länger als 20 Minuten. Bereits nach dem absenden wird in den meisten Fällen der Antrag bestätigt und die Person bekommt eine Einreisegenehmigung. Diese erlaubt es der Person in die Vereinigten Staaten von Amerika zu reisen. Allerdings gibt es an jedem Flughafen noch eine Einreisekontrolle, bei der Personen auch zu einem Interview gebeten werden können. Erst hier entscheidet sich, ob die Einreise genehmigt oder abgelehnt wird. Beim Esta müssen bereits im Vorfeld alle wichtigen Daten zur Person angegeben werden. Bei einem möglichen Interview, könnte der Beamte in Amerika dann auf die Daten zurückgreifen. Daher sollte man diese auch Wahrheitsgetreu beantworten und wissen, was angegeben wurde.

Offenlegung des privaten Lebens

Bereits jetzt werden die unterschiedlichsten Fragen gestellt, teilweise fragt man sich, ob diese ernst gemeint sind. So muss man beispielsweise beantworten, ob man an terroristischen Aktivitäten, Spionage, Sabotage oder sich an Völkermord beteiligen möchte. Ebenso muss man beantworten, ob man illegale Drogen verwendet oder diese verteilen möchte. Am Anfang der Beantragung werden außerdem alle Daten zur Person abgefragt. Auch die Daten der Eltern sollten angegeben werden, ebenso die Aufenthaltsorte in den Vereinigten Staaten und die Kontaktdaten der Personen, die besucht werden. Anhand dieser Daten können Verbindungen zu anderen Personen herausgefunden werden und so unter Umständen auch geheime oder kleine Netzwerke aufgedeckt und gegebenenfalls beobachtet werden.

Social Media Accounts ergänzen die Profile

Um an weitere Daten zu kommen, sind Social Media Accounts für die Datensammlung der Nachrichtendienste Gold wert. Wie bereits bekannt ist, durchsuchen die Geheimdienste Nachrichten und Social Media Accounts von US Bürgern, aber auch auf internationaler Ebene. Durch die direkte Eingabe in ein Profil können die Accounts direkt einer Person zugeordnet werden und somit bessere Analysen erstellt werden. So wäre es z.B. auch denkbar, dass jemand nicht einreisen darf, da er Kontakt mit einer anderen Person hatte, bei der die Einreise bereits verweigert wurde oder für die ein generelles Einreiseverbot besteht. Wie genau Verfahren wird, ist derzeit schlecht zu beurteilen.

Einreiseverbot wegen Scherz auf Twitter

Im Jahre 2012 wurde einem jungen Iren bereits die Einreise verweigert. Auf seinem Twitter Account veröffentlichte er einen Tweet mit dem Inhalt, er wolle die USA zerstören und Marilyn Monroe ausgraben. Die Beamten fanden diesen Post gar nicht amüsant und verweigerten ihm die Einreise. Obwohl er ausdrücklich betonte, dass es sich lediglich um einen Scherz handelte, musste er einige Tage in einem Gefängnis verbringen und letztendlich die Rückreise antreten. Sein Urlaub begann also mit einem Aufenthalt in einer Zelle und endete mit dem direkten Rückflug nach Irland. Wenn die Einreise verweigert wird, werden natürlich die Kosten für Hotel etc. nicht erstattet und man muss auf eigene Kosten zurückreisen.

Wann treten die Änderungen in Kraft?

Bisher gibt es kein konkretes Datum zu dem die Änderungen in Kraft treten sollen, geplant ist aber zur Zeit Anfang 2017. Der bald regierende Präsident Donald Trump setzte sich ja schon in seinem Wahlkampf oft mit dem Thema Einwanderung und Einreise auseinander. Man kann davon ausgehen, dass die Änderungen dementsprechend schnell verschärft werden.

Was machen dann Personen ohne Social Media Accounts?

Bisher ist vorgesehen, dass die Angaben Social Media Daten nicht zwingend gemacht werden müssen. So können auch jetzt schon einige Felder mit „Unknown“ beantwortet werden. Die Felder sind optional und beeinträchtigen das Esta -zumindest offiziell- nicht.

Antrag abgelehnt – Wie ist die Vorgehensweise?

Es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Antrag abgelehnt wird, das ist aber kein Grund zur Panik. Es gibt eine Alternative, die jedoch leider teurer und Zeitaufwändiger ist: das Einreise-Visum. Für jede erdenkliche Art der Einreise gibt es ein Visum. Für touristische Zwecke wäre das z.B. das B-Visum geeignet. Weitere Informationen zum passenden Visa gibt es auf dieser Seite.
Wenn das Esta kurz vor einer Reise abgelehnt wurde, gibt es noch die Möglichkeit einen Notfalltermin zu beantragen. Das ist über die Seite der US-Botschaft möglich. Dort findet man auch eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise. Generell gilt, man sollte sich bei einem abgelehnten Esta schnellstmöglich um ein Visa kümmern, damit die Reise ohne weitere Probleme angetreten werden kann. Bei der Visabeantragung erfährt man übrigens in der Regel auch den Grund der Ablehnung des Esta.