Ganz ehrlich gesagt haben wir uns über Hongkong im Vorfeld gar keine großen Gedanken gemacht. Es stand nie so richtig auf unserer To-Do Liste und ausserdem ist es sehr teuer. Als uns dann die Regenzeit in Südostasien so langsam auf die Nerven ging, sollte es in die Sonne gehen – eigentlich nach Südkorea, aber da war dann das Wetter aber gerade auch schlecht :D Da Hongkong quasi auf der Strecke nach Südkorea liegt, ging es eben spontan für 6 Tage nach HongKong – ohne einen Plan! Die Bar „Ophelia“ wollte ich sowieso unbedingt sehen und die Hongkonger Skyline gehört auch auf jede Bucketlist, aber sonst waren wir planlos.

Skyline und Ausblicke

Die Skyline von Hongkong ist eine der eindrucksvollsten und bekanntesten überhaupt, der Anblick ist nicht nur nachts sondern auch am Tag einfach traumhaft. Was nicht so traumhaft ist – aber trotzdem von jedem empfohlen- wird ist die „Symphony of lights“. Eine Lasershow wie sie erbärmlicher kaum sein könnte. Unser Tipp: spart euch das. Das Gedränge ist riesig, aber es lohnt sich überhaupt nicht.

Die bekanntesten Aussichten sind der Hafen mit Blick auf Hongkong Island und der Ausblick vom Victoria Peak. Von hier hat man einen Wahnsinnsblick, auch ohne extra Ticket für die Dachterrasse und außerdem ist hier auch weniger Trubel. Noch dazu kostet der Eintritt für die Terrasse schlappe 50HK$ und der Ausblick ist nicht wirklich besser als von den kostenlosen Viewpoints. Die Hongkong-Dollar könnt ihr besser investieren.

In Hongkong gibt es noch viele weitere Tipps für tolle Aussichten, die man unmöglich alle abklappern kann. Aber die Fahrt mit dem Cablecar auf Lantau Island ist wirklich zu empfehlen. Ist euer Budget etwas kleiner, sind auch die Busfahrten z.B. zur Repulse Bay eine gute Möglichkeit schöne Fotos von Hongkong zu machen. Setzt euch im Bus immer nach oben, unten sind die Fenster leider vollgeklebt und man gar nicht nach draussen sehen.

Nachtleben in den Bars

Wir haben nur wenige der Bars in Hongkong besucht, aber genug um zu sagen dass jeder hier bei einer Bartour voll auf seine Kosten kommt. Sprichwörtlich, denn günstig ist es leider nicht. Unsere beiden Bar-Highlights sind das Ophelia und Iron Fairies. Beide designed von Ashley Sutton und sooo unglaublich schön! Wie unglaublich könnt ihr hier nachlesen.

 

Mit dem nötigen Kleingeld kann man jeden Tag ne andere richtig coole Bar besuchen, aber man braucht ja auch noch einen Grund für den nächsten Besuch in Hongkong ;)

Hongkong und die Michelin-Sterne Küche

Das Hongkong teuer wird wussten wir schon, aber so teuer haben wir es nicht erwartet. Ein Kaffee mit einem winzigen Sandwich hat umgerechnet 12€ gekostet… in einem günstigen Café. Der erste Tag war Ernüchterung pur, dann haben wir einige Tricks und günstige Dinge herausgefunden. Zum Beispiel kauft man besser in großen Supermärkten: Softdrinks im 7-eleven oder ähnlichen Märkten kosten 8,50 HK$, im Supermarkt kostet ein 4er Pack nur 14,90 HK$. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Getränken und Snacks. In anderen asiatischen Ländern ist der Preisunterschied hier viel geringer.

Auch beim Abendessen war es schwer nicht übermässig viel Geld auszugeben. Aber dann haben wir die „Pan fried buns“ mit Trüffel und Shrimps entdeckt. Ein echter Glückstreffer und sie sind sogar im Michelinguide gelistet. Vier Stück kosten nur 36 HK$ (ca. 4€). Zwar eher ein (großer) Imbiss und kein wirkliches Restaurant, aber die Buns gehen sogar als vollwertiges Abendessen durch.

Und es gibt noch mehr Restaurants die mit Michelin-Sternen ausgezeichnet sind, aber die Gerichte umgerechnet gerade mal ein paar Euro kosten. Die Dim Sum bei Tim Ho Wan oder Ente im Yat Lok Restaurant gibts schon für 5 und 10€ pro Person. Dort bekommt man echt das leckerste Essen und kann behaupten gleich bei mehreren Sterne Restaurants gewesen zu sein. Kein schlechter Deal, oder? :)

Die Märkte in Mongkok

Von der Hongkong Sterneküche zu den Märkten in Mongkok ist es nicht weit. Der bekannteste ist der Ladies Market. Wer auf der Suche nach Markenfakes ist, ist hier genau richtig. Von Markenklamotten über Herschel-Rucksäcken zu Ray-Ban Brillen bekommt man hier alles. Wer sich nicht mit Fakes eindecken will, kann sich in einem der kurioseren Märkte umschauen.

In vielen dieser Marktstraßen werden leider Tiere verkauft, die unter unglaublich schlechten Bedingungen gehalten werden. Zum Beispiel auf dem Goldfish Market. Es ist weniger ein Markt, sondern eher eine ganze Straße voller „Aquaristikläden“. Es gibt Fische, Schildkröten, Schlange, Echsen und sogar Kaninchen. Die Fische und Schildkröten hängen in Plastikbeuteln verpackt in den Läden zum Kauf. Eine kleine Schildkröte kostet gerade mal 20 HK$, das sind etwas weniger als 2,50€. Das war ehrlich gesagt ein furchtbarer Anblick und auch wir sind schnell weiter zum Flower Market. Pflanzen auf engstem Raum können wir besser ertragen – die Läden sind auch viel schöner. Vom Flower Market mit den vielen schönen Blumen gehts weiter zum zweiten Kuriosum, dem Bird Market.

Direkt vom Flower Market kann man in die Bird Lane abbiegen, eine kleine Straße mit Marktständen und Vögeln aller Art. Auch hier sind die Käfige viel zu winzig für die vielen Vögel und auch Aras waren angekettet ausgestellt. Uns war der Anblick einfach zu viel. Wer aber das volle Hongkong Programm will, kommt um diese Märkte nicht herum.

Tempel und Kultur in Hongkong

Auch was heilige Stätten und Kultur betrifft hat Hong Kong einiges zu bieten. Ein schöner Tempel in der Stadt ist zum Beispiel der Man Mo. Das eigentliche Highlight liegt aber auf Lantau, das Po Lin Kloster und der riesige Buddha in Ngong Ping auf der Insel Lantau.

Po Lin ist schon lange eines der wichtigsten Gebäude der Buddhisten. Der Buddha gegenüber vom Kloster sorgt mittlerweile dafür das sich noch mehr Menschen auf den Weg nach Ngong Ping. Nach 15 Jahren Bauzeit wurde der riesige Buddha in 1993 fertig gestellt. Um zum Kloster und dem Buddha zu kommen fährt man am besten mit dem Cablecar. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn man hat während der Fahrt eine fantastische Ausblicke über Hong Kong.

Wer schon mal auf Lantau ist, kann auch das kleine Fischerdorf Tai-O. Wir waren leider am Feiertag dort und es war überfüllt mit Hongkongern und Chinesen, aber trotzdem hat sich der Weg gelohnt. Alles was im Meer wohnt bekommt man hier – egal ob frisch, getrocknet oder noch lebendig.
Jede Menge Essensstände laden ein etwas neues zu probieren. Der Donutstand war natürlich mein persönliches Highlight :D – nach 10 Minuten warten in der Schlange konnte ich meinen Tai-O Donut endlich probieren und er war echt der Hammer. Frisch gebacken und gezuckert schmeckt so ein Donut einfach am besten. Mit 10 HK$ war das preislich auch okay.

Das Piratennest mit dem Drachen

Drachen Hongkong

Das Loch für den Drachen

An der Repulse Bay ist einer der bekanntesten Strände Hongkongs. Einst ein Piratenversteck, herrscht heute der Drache über den Strand. Kein Witz, das Gebäude mit dem Loch („building with a hole“) verfügt über ein Loch um dem Drachen, der angeblich im Berg wohnt, die Einflugschneise nicht zu verbauen. Verrücktes Hong Kong sag ich da nur…

Der Strand an sich ist schön zum sonnen. Es gibt aber bestimmt auch schönere Strände in Hongkong, das Wasser war leider zu schmutzig um uns wirklich vom Baden zu überzeugen. Überall ist Plastikmüll, da macht das Schwimmen keinen Spaß. Will man sich, wie gesagt, aber nur ein bisschen in die Sonne legen und hofft den Drachen zu sehen, ist Repulse Bay auf jeden Fall ein schöner Rückzugsort vom stressigen Stadtzentrum.

Das wars?

Nein :) Hong Kong hat noch viel mehr zu bieten. Nach 6 Tagen Hongkong haben wir Vieles gesehen, aber trotzdem gerade mal Bruchteil dieser Metropole entdeckt.
Für Wander- und Trekkingfreunde gibt es hier zum Beispiel viele Routen, von Anfänger- bis Profilevel. Wir selbst sind aber nur beim Abstieg vom Victoria Peak und in der Stadt gewandert. Beim nächsten mal vielleicht ;)

Was hat euch in Hong Kong am besten gefallen?