Die Great Ocean Road ist eine ca. 250km lange Straße im australischen Bundesstaat Victoria. Sie verläuft entlang der Südküste zwischen Torquay im Osten und Warnambool im Westen und ist eine der schönsten und beliebtesten „Scenic Routes“ der Welt. Die Küstenstraße kann locker mit dem berühmten Highway One in Kalifornien mithalten, eigentlich fanden wir sie sogar schöner als die Strecke entlang der kalifornischen Küste.
Am schönsten lässt sich die Great Ocean Road in einem Camper entdecken. Natürlich gibt es auch geführte Touren, aber selbst fahren ist definitiv besser. Mit dem eigenen Wagen kannst du alles in deiner Geschwindigkeit machen und bleiben wo es dir gefällt. Entlang der Great Ocean Road gibt es jede Menge schöne Campingplätze, deshalb ist auch ein Camper oder eben ein Zelt eine günstige und schöne Idee. Uns hat besonders der Platz in Kennet River gefallen. Hier sitzen in den Bäumen über den Stellplätzen Koalas und morgens kannst du zusammen mit Papageien und Loris frühstücken. :)
Auf den Strecken zwischen den vielen schönen Campingplätzen gibt es aber auch eine ganze Reihe Highlights. Die 9 schönsten haben wir hier für dich:

1. 12 Apostel
Die 12 Apostel sind wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit der Great Ocean Road, sozusagen ihr Wahrzeichen. Zwischen Port Campbell und Princetown ragen bis zu 45 Meter hohen Felsen direkt vor der Steilküste aus dem Wasser. Entstanden sind die Apostel schon vor 10 bis 20 Millionen Jahren, als durch Erosion einfach Stücke der Steilküste abgetrennt wurden. Eigentlich sind die 12 Apostel mittlerweile auch nur noch zu acht. Die übrigen vier sind über die Jahre eingestürzt, der letzte Apostel sogar erst in 2005. Am spektakulärsten sehen die riesigen Felsen während dem Sonnenauf- und Sonnenuntergang aus, wenn sie rot und gelb leuchten.

12 Apostels 2 -Great Ocean Road

2. Gibson Steps
Die Gibson Steps sind 86 Stufen entlang der 30 Meter hohen Steilküste hinunter zum Strand und nur ein paar Minuten von den 12 Aposteln entfernt. Die Treppe wurde bereits von den Aborigines aus den Felsen geschlagen, aber von Hugh Gibson Mitte des 19Jhd wieder zugänglich gemacht, deshalb auch der Name. Hier gibt es auch 2 große Felsen ähnlich den Aposteln, die beiden heißen Gog und Magog. Besonders lohnt sich aber der Weg hinunter zum Strand wegen dem Meer. Die Wellen sind riesig und schlagen mit einer unglaublichen Wucht gegen den Sandstrand. Dadurch entstehen richtige „Sandklippen“. Als wir bei den Gibson Steps waren, hat sich ein holländisches Paar direkt vorne an den Rand dieser Klippe gesetzt und uns damit das Fotomotiv versaut. Mit einem Mal kam dann die Megawelle und wir, die gerade auf dem Weg waren uns versöhnlich neben die Holländer zu setzen, haben unsere Beine in die Hand genommen und waren gerade schnell genug weg. Die beiden anderen waren klatschnass. Bleibt also ein bisschen weg vom Meer ;) -Da die Wellen hier auch richtig gefährlich werden können, kommt es vor, dass die Stufen ab und zu gesperrt sind.

Gibson Steps - Great Ocean Road

3. Loch Ard Gorge
Noch nicht ganz so von Touristen vereinnahmt wie die Gegend um die 12 Apostel und die Gibson Steps ist die Loch Ard Gorge, eine Schlucht im Port Campbell Nationalpark. Der Schlucht vorgelagert war eine brückenförmige Klippe, der Island Archway. Durch die Erosionsprozesse ist aber auch dieser 2009 eingestürzt und es sind nur noch die zwei „Brückenpfeiler“ übrig.
Loch Ard Gorge wurde nach dem britischen Schiff Loch Ard benannt, das hier vor der Küste im Nebel auf Grund gelaufen und gesunken ist. Von den 54 Passagieren konnten sich nur die beiden 18-jährigen Tom Pearce und Eva Carmichael retten. Die beiden Brückenpfeiler haben deshalb seit dem Einsturz des Island Archway auch offiziell die Namen Tom und Eva.

island archway - great ocean road

4. London Arch
Ebenfalls eine Felsformation im Port Campbell Nationalpark, die ursprünglich London Bridge hieß und aus 2 „Brückenbögen“ bestand, eine vom Festland zum ersten Felsen und ein weiterer von dort zum nächsten Felsen ein Stück weiter draußen im Meer. 1990 ist der erste Bogen zum Festland hin schon eingestürzt während sich zwei Touristen auf der Brücke befanden. Die beiden konnten aber gerettet werden und die Felsen hießen seitdem nicht mehr London Bridge sondern London Arch. Du siehst also, die Great Ocean Road sollte ganz oben auf deiner „To-visit“-Liste stehen, da sich die Sehenswürdigkeiten eine nach der anderen auflösen. ;)

london arch - great ocean road

5. The Grotto
The Grotto ist eine auf natürliche Weise aus den Felsen geschliffene Höhle, halb über dem Meeresspiegel und halb unter Wasser. Kurz vor der Höhle ist eine kleine Mauer aus Steinen aufgebaut. Bis hierhin ist es sicher für Besucher, viele klettern aber auch darüber hinaus. Der Weg geht hier nämlich eigentlich noch weiter und bietet eine noch bessere Sicht auf The Grotto und auf die „Rock pools“, mit Wasser gefüllte poolförmige Vertiefungen in den Felsen.
Wenn du dich auch nicht zurückhalten kannst und doch über die Mauer klettern solltest, mache das besser nicht alleine, da die Felsen hier sehr rutschig und vor allem scharfkantig sind.

The Grotto - Great Ocean Road

6. The Arch
Auch ein natürlich geformter Bogen, der von der Küste ins Meer „wächst“ und diesmal sogar einer, der noch nicht eingestürzt ist. Allerdings auch etwas kleiner als die anderen Felsformationen im Port Campbell Nationalpark. Trotzdem darf The Arch nicht auf deinen Urlaubsfotos fehlen und gehört zum absoluten Pflichtprogramm entlang der Great Ocean Road. :)

7. Teddy‘s Lookout
Teddy’s Lookout ist ein hochgelegener Aussichtspunkt in Lorne von dem aus man auf den St. George River und auf die Great Ocean Road schauen kann. An die Aussichtsplattform kommst du über die George Street. Durch den Knick, den Küste und damit auch die Great Ocean Road unter Teddy’s Lookout machen, hast du eine atemberaubende Aussicht.  Am schönsten ist das Bild bei Flut, wenn der St. George River direkt ins Meer fließen kann. Bei Ebbe ist dazwischen ein Art kleiner Strandabschnitt.

Teddy's Lookout - Great Ocean Road

8. Bells Beach
Bells Beach, ein langer Strand an einem etwas flacheren Küstenabschnitt entlang der Great Ocean Road ist das absolute Surf-Mekka. Das ganze Jahr über sind hier wegen der hohen Wellen Surfer unterwegs. Auch wenn du selbst nicht surfst, setz dich einfach eine Weile an den Strand und beobachte das Treiben. Um die Osterzeit findet am Bells Beach außerdem (seit 1960) das älteste Surf-Festival der Welt statt. Beim Rip Curl Pro Surf and Music Festival trifft sich alles was im Surfsport Rang und Namen hat.

Bells Beach - Great Ocean Road

9. Triplet Falls im Qtway National Park
Die Triplet Falls sind nicht direkt an der Great Ocean Road sondern ein Stück im Landesinneren, mitten im Great Otway National Park. Zu dem Wasserfall mit seinen drei Stufen gibt es einen Rundweg, der zwar nur ca. 1,8km lang ist aber trotzdem ca. eine Stunde lang dauert – inklusive ausgiebigem Wasserfallbewundern natürlich. Ganz in der Nähe der Triplet Falls gibt es auch noch die Attraktion „Otway Fly“. Hier kannst du in den Wipfeln der Bäume über einen Treetopwalk spazieren oder auch die etwas längere Tour mit einigen „Ziplines“ machen.

Auch sonst lohnt sich der Umweg bzw. der Rückweg durch die Regenwälder des Otway Nationalparks sehr. Du fährst gefühlt endlos über schmale, gewundene Straßen, vorbei an Schluchten bewachsen mit Riesenfarnen, Gummibäumen und, und, und…